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Rui Costa fuhr seit 2009 für den Movistar-Vorgänger Caisse d'Epargne © getty

Movistar-Fahrer Costa holt sich den Sieg auf der achten Tour-Etappe vor Gilbert und Evans. Hushovd bleibt in Gelb.

Super-Besse Sancy - Der erwartete erste Paukenschlag bei der Tour de France blieb aus.

Die Favoriten um den dreifachen Sieger Alberto Contador ließen es auf der achten Etappe der 98. Frankreich-Rundfahrt ruhig angehen und überließen dem portugiesischen Außenseiter Rui Costa vom Team Movistar den Tagessieg (DATENCENTER: Ergebnis 8. Etappe) .

So konnte der Norweger Thor Hushovd überraschend auch zum sechsten Mal erfolgreich das Gelbe Trikot verteidigen, während Andreas Klöden (Mittweida/RadioShack) auf den vierten Platz in der Gesamtwertung vorrückte.

Der 24 Jahre alte Rui Costa behauptete am Samstag nach 189 km zwischen Aigurande und Super-Besse Sancy einen knappen Vorsprung und sicherte sich den ersten Etappensieg seiner Karriere (428286DIASHOW: Die Bilder der Tour).

Gilbert wieder in Grün

Zweiter wurde der Belgier Philippe Gilbert (Omega Pharma-Lotto), der knapp vor den heranstürmenden Aspiranten auf den Gesamtsieg ins Ziel kam und sich erneut das Grüne Trikot zurückerkämpfte.

Als Dritter führte der Australier Cadel Evans (BMC Racing) seine Konkurrenten nach dem knapp zwei Kilometer langen Schlussanstieg an.

Martin im Tross der Favoriten

Glänzend präsentierte sich auch die deutsche Tour-Hoffnung Tony Martin (HTC-Highroad), die an der Seite von Titelverteidiger Contador (Spanien/Saxo Bank) und dessen Herausforderer Andy Schleck (Luxemburg/Leopard Trek) das Ziel erreichte.

Der gebürtige Cottbuser war sogar lange an der Spitze der Favoritengruppe zu sehen. Auch Klöden behauptete seine bislang glänzende Ausgangsposition und war als 13. bester Deutscher der Etappe. Martin rückte in der Gesamtwertung auf Rang sieben.

"Wino" attackiert

Die Schlussphase war fahrerisch noch einmal höchst anspruchsvoll, da im Zentralmassiv starker Regen einsetzte. Zudem war es für jeden der Tour-Favoriten eine erste Härteprüfung, bevor auf der zwölften Etappe in den Pyrenäen die Karten auf den Tisch gelegt werden.

Am Col de la Croix Saint-Robert, der bisher schwersten Bergprüfung der Tour, attackierte Alexander Winokurow (Astana).

Der Kasache zwang das Peloton zu reagieren, das Feld wurde bis zum Gipfel weit auseinander gezogen. BMC ließ den Kasachen aber nicht bis zum Ziel gewähren. Der Niederländer Robert Gesink (Rabobank) wurde zum Verlierer des Tages. Der Podiumsanwärter verlor als einziger der Mitfavoriten deutlich an Boden.

Klöden führt RadioShack an

Beim Klöden-Team RadioShack ist derweil die Kapitänsfrage klar beantwortet. Klöden ist der Mann, der eine Spitzenposition im Gesamtklassement erreichen soll.

Der 36-Jährige sagte vor Etappenbeginn: "Wir werden jetzt sehen, wie die Beine in den Bergen sind. Ich werde mir in Ruhe anschauen, wie schnell gefahren wird, und versuchen, keine Zeit zu verlieren. Ich erwarte nicht, dass die Gesamtwertung gemacht wird."

Er sollte recht behalten.

Horner nach Massensturz im Krankenhaus

Zuvor hatte es für Klödens Team erneut einen herben personellen Rückschlag gegeben.

Der Amerikaner Chris Horner konnte am Samstag nicht mehr antreten. Er hatte sich beim Massensturz, in dessen Folge auch der britische Mitfavorit Bradley Wiggins ausscheiden musste, eine Gehirnerschütterung sowie einen Nasenbeinbruch zugezogen und blieb zur Beobachtung zunächst im Krankenhaus.

Leipheimer in der Helfer-Rolle

Levi Leipheimer (USA), der ebenfalls Pech hatte und viel Zeit einbüßte, versprach Klöden alle Unterstützung.

"Andreas sieht stark aus und ist sehr gut gefahren in der ersten Woche. Er hat den Riecher für die richtige Position im Feld und kommt genau rechtzeitig in Topform. Die Arbeit für ihn hat Priorität", sagte Leipheimer vor der achten Etappe.

"Levi wird fürs Team fighten. Die Mannschaft rückt jetzt noch enger zusammen", unterstrich auch Klöden.

Acht Berge am Sonntag

Auf der neunten Etappe sind am Sonntag auf den 208 Kilometern von Issoire nach Saint-Flour gleich acht Bergwertungen zu bewältigen, darunter drei der zweiten Kategorie (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile) .

Bei den Favoriten sind keine entscheidenden Zeitabstände zu erwarten, nach dem Col de Prat de Bouc bei Kilometer 154 warten keine großen Schwierigkeiten mehr.

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