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Thomas Voeckler (m.) fuhr bereits 2005 zehn Etappen lang im Gelben Trikot © getty

Rabobank-Fahrer Sanchez holt sich den Sieg auf der dramatischen neunten Tour-Etappe vor Voeckler. Der Franzose erobert Gelb.

Saint-Flour - Der Franzose Thomas Voeckler ist am Sonntag auf der neunten Etappe der 98. Tour de France (DATENCENTER: Ergebnis 9. Etappe) ins Gelbe Trikot gefahren.

Am Ende des 209 Kilometer langen Teilstücks von Issoire nach Saint-Flour reichte dem 32-Jährigen vom Team Europcar Platz zwei hinter Luis Leon Sanchez (Spanien/Rabobank).

Für den Spanier war es der dritte Etappen-Sieg seiner Karriere bei der Tour. Dritter wurde Sandy Casar (Francaise des Jeux).

Martin auf Rang acht

Voeckler übernahm die Gesamtführung von Norwegens Weltmeister Thor Hushovd vom Team Garmin-Cervelo, der das Gelbe Trikot zuvor sechs Mal erfolgreich verteidigt hatte.

Bester Deutscher ist auf Platz sechs mit 2:38 Minuten Rückstand Tony Martin (HTC-Highroad).

Auf Rang acht liegt Andreas Klöden (RadioShack) 2:43 Minuten zurück.

Drama um Winokurow

Überschattet wurde die Etappe von den schweren Verletzungen von Alexander Winokurow (Kasachstan/Astana) und Jurgen Van den Broeck (Belgien/Omega Pharma-Lotto).

Der Kasache Alexander Winokurow, der am Samstag noch nahe am Etappensieg gewesen war, kam in der Abfahrt vom Col du Pas de Peyrol folgenschwer zu Fall. (428286DIASHOW: Die Bilder der Tour) Der Kapitän des Teams Astana erlitt einen Oberschenkelbruch, als er bei hohem Tempo einen Abhang hinunterstürzte.

Van den Broeck, Fünfter der Tour 2010, zog sich einen Schulterblattbruch zu.

Keine Brüche bei Klöden

Auch Tony Martin kam im Massensturz zu Fall, konnte aber weiter fahren.

"Ich hatte arge Schmerzen im Knie und Angst, dass etwas Schlimmeres passiert sein könnte. Es hat sich nach zehn Kilometern aber wieder gegeben", sagte Martin.

Sein deutscher Kollege Andreas Klöden bangt noch um seinen Einsatz. Er fuhr die Etappe zu Ende, musste aber wegen Rückenschmerzen in einem Krankenhaus untersucht werden.

Dort wurden schwere Prellungen, aber keine Brüche festgestellt. Am Montag soll nach einem Test entschieden werden, ob Klöden trotz der großen Schmerzen weiter macht.

Auch Contador stürzt

Titelfavorit Alberto Contador stürzte nach 85 km bereits zum vierten Mal während der Tour, konnte aber weiterfahren.

Insgesamt mussten allein am Sonntag acht Fahrer das Rennen vorzeitig beenden.

Nachdem das Peloton aufgrund der Vorfälle das Tempo stark reduzierte, vergrößerte sich der Vorsprung von fünf Ausreißern drastisch.

Horror-Crash mit Auto

Anschließend sorgte ein französisches TV-Fahrzeug bei einem Überholmanöver für einen Eklat, als es Juan Antonio Flecha (Spanien/Sky) und Johnny Hoogerland(Niederlande/Vacansoleil) aus der Ausreißergruppe rammte und zu Fall brachte.

Bei einem Überholversuch touchierte der Wagen Flecha, der daraufhin die Kontrolle über sein Rad verlor und stürzte. Dabei riss Flecha Hoogerland mit, der kopfüber in einen Zaun am Straßenrand flog.

"Die Enttäuschung und der Schock sitzen tief, es ist noch zu früh, um Vorwürfe zu machen. Johnny ist am ganzen Körper verletzt und hat tiefe Schnittwunden", sagte Hoogerlands Teamchef Michel Cornelisse.

Beide Fahrer, die in einer fünfköpfigen Spitzengruppe lagen, kamen mit dem Schrecken sowie einigen Schürfwunden davon und konnten die Fahrt fortsetzen.

Trio macht Etappensieg unter sich aus

Nach diesem Vorfall blieben von der Ausreißergruppe noch Casar, Voeckler und Sanchez übrig, die im Sprint den Sieg unter sich ausmachten. Nach 208 km in Saint-Flour musste Voeckler den Sieg auf der 9. Etappe dem Spanier Luis Leon Sanchez (Rabobank) überlassen, der seinen dritten Tageserfolg bei der Tour holte.

Voeckler jubelte aber über das eroberte Gelbe Trikot. Schon 2004 hatte Voeckler zehn Tage das "maillot jaune" getragen und war zum französischen Nationalheld avanciert.

Hoogerland holte trotz seines Unglücks das Bergtrikot. Der Belgier Philippe Gilbert fährt weiter in Grün.

Fortsetzung am Dienstag

Am Montag steht der erste Ruhetag bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt auf dem Programm. (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile) .

Am Dienstag geht es dann über 158 Kilometer von Aurillac nach Carmaux.

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