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Andre Greipel feierte 2001 sein Debüt auf der Frankreich-Rundfahrt © getty

Auf der 10. Etappe kommt es zum lange erwarteten Zweikampf der beiden Rivalen. Und Andre Greipel ist der glückliche Sieger.

Carmaux - Am Tag, an dem der erste positive Dopingtest einen Schatten auf die 98. Tour de France warf, wurde Andre Greipel im Duell mit seinem Erzrivalen Mark Cavendish zum strahlenden Sieger.

Der deutsche Top-Sprinter aus Rostock gewann die zehnte Etappe und setzte sich dabei nach 158 Kilometern von Aurillac nach Carmaux im Sprint gegen den Briten vom Team HTC-Highroad durch.

Greipel feierte damit seinen ersten Triumph bei seinem Debüt auf der "Großen Schleife".

Für den deutschen Radsport war es der 60. Etappensieg, der erste nach Heinrich Haussler 2009 in Colmar (DATENCENTER: Ergebnis 10. Etappe).

"Wahnsinn. Die Mannschaft war phantastisch", sagte ein überglücklicher Greipel von Omega Pharma-Lotto, der im Ziel den rechten Arm jubelnd in die Höhe riss, "es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich bin der glücklichste Mensch der Welt."

Kolobnews A-Probe positiv

Überschattet wurde Greipels erster Triumph bei seiner Tour-Premiere jedoch vom positiven Dopingtest des Russen Alexander Kolobnew.

Beim Fahrer vom rein russischen Team Katuscha war in der A-Probe das Diuretikum Hydrochlorothiazid nachgewiesen worden. Das hatte der Radsport-Weltverband UCI am Montagabend bekannt gegeben.

"Ich weiß nicht, wie"

Kolobnew wurde das Präparat bei einer Kontrolle vom 6. Juli nachgewiesen, die Probe war im WADA-Labor in Chatenay-Malabry untersucht worden. Der Olympiadritte von 2008 hatte daraufhin vor der 10. Etappe von sich aus die Frankreich-Rundfahrt beendet.

Erst wenn die B-Probe, deren Öffnung Kolobnew erwartet, das Ergebnis bestätigen sollte, handelt es sich offiziell um einen Dopingfall. Der Fahrer würde dann von Katjuscha entlassen.

"Ich weiß nicht, wie die Substanz in meinen Körper gekommen ist", sagte Kolobnew und bediente sich damit der Standardausrede.

Leipheimer verliert weiter

Die zehnte Etappe begann erneut mit einem Crash. Björn Leukemans (Belgien/Vacansoleil), Levi Leipheimer (USA/RadioShack), Jeremie Galland (Frankreich/Saur-Sojasun), Robert Gesink (Niederlande/Rabobank) und Fabian Cancellara (Schweiz/Leopard Trek) erwischte es nur elf Kilometer nach dem Start.

Alle Beteiligten konnten die Fahrt aber fortsetzen.

Bei Leipheimer, der durch Stürze bereits mehrere Minuten auf die Spitze verloren hat, und dessen Team RadioShack wollte die Pechsträhne bei der Tour 2011 auch am Dienstag nicht abreißen.

Vorsprung von 3:45 Minuten

Nachdem in Jarez Brajkovic (Slowenien) und Chris Horner (USA) zwei von vier gestarteten Kapitänen bereits aufgeben mussten, verlor das Team des deutschen Rundfahrspezialisten Andreas Klöden in Jaroslaw Popowitsch schon vor dem Start einen weiteren wichtigen Helfer.

Der Ukrainer war zur 10. Etappe wegen Fiebers nicht mehr angetreten.

Nach rund 14 der 158 Kilometer auf dem Weg von Aurillac nach Carmaux setzte sich eine sechsköpfige Ausreißergruppe aus den Franzosen Remy Di Gregorio (Astana), Sebastien Minard (AG2R), Arthur Vichot (FDJeux), Julien El Fares (Cofidis), Anthony Delaplace (Saur-Sojasun) und dem Italiener Marco Marcato (Vacansoleil) vom Peloton ab.

Sie fuhren einen Maximalvorsprung von 3:45 Minuten heraus, wurden jedoch rund 17 Kilometer vor dem Ziel eingeholt (428286DIASHOW: Die Bilder der Tour).

"Das hat er sehr schlau gemacht"

Wenig später, am Anstieg zum Cote de Mirandol-Bourgnounac, zog zunächst das Team Omega Pharma-Lotto das Tempo an. Angeführt vom Träger des Grünen Trikots, Philippe Gilbert (Belgien), bildete sich eine fünfköpfige Ausreißergruppe, in der neben dem Franzosen Thomas Voeckler im Gelben Trikot auch die deutsche Tour-Hoffnung Tony Martin involviert war.

Der Fluchtversuch scheiterte jedoch an der Nachfolgearbeit von Leopard Trek.

Auf den finalen Kilometern und der rasanten Abfahrt ins Ziel versuchte Martin mit letzter Kraft, Cavendish in eine gute Ausgangsposition zu bringen (425304DIASHOW: Die erste Woche der Tour de France).

Cavendish ging mit mehreren Metern Vorsprung auf die Zielgerade, ehe sich Greipel in einem Kraftakt kurz vor der Ziellinie an ihm vorbeischob.

"Das hat er sehr schlau gemacht, als er sich ans Hinterrad von Mark geheftet hat", sagte der ehemaligte deutsche Sprinter-König Erik Zabel.

Martin bleibt Sechster

In der Gesamtwertung gab es an der Spitze keine Veränderungen. Der französische Publikumsliebling Thomas Voeckler (Europcar) verteidigte das Gelbe Trikot erfolgreich.

Tony Martin (Cottbus) bleibt auf Rang sechs bester Deutscher (2:38 Minuten zurück), Andreas Klöden (Mittweida/2:43), dessen Start aufgrund seines Sturzes am Sonntag fraglich war, Achter.

Am Mittwoch bietet sich den Sprintern vor den schweren Bergetappen der Pyrenäen die vorerst letzte Gelegenheit auf einen Tageserfolg. Von Blaye-les-Mines führt die Strecke über 167,5 Kilometerm nach Lavaur (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile).

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