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Mark Cavendish gewann 2010 die Punkte- wertung der Vuelta © getty

Der Brite dreht auf der 11. Etappe den Spieß um und lässt seinem Erzrivalen Andre Greipel keine Chance. Voeckler bleibt in Gelb.

Lavaur - Der deutsche Top-Sprinter Andre Greipel hat einen Tag nach seinem ersten Etappensieg bei der Tour de France (Bericht: "Gorilla" Greipel am Ziel seiner Träume) einen weiteren Tageserfolg verpasst.

Im Massensprint auf der 11. Etappe der 98. Frankreich-Rundfahrt musste sich der gebürtige Rostocker seinem Dauerrivalen Mark Cavendish geschlagen geben, den er am Dienstag noch um eine Reifenbreite geschlagen und damit den größten Triumph seiner Karriere gefeiert hatte.

"Meine Mannschaft hat mir gestern leid getan, weil sie nicht für die Arbeit belohnt wurde. Deshalb wollte ich es heute unbedingt machen", meinte Cavendish.

Für den Briten vom Team HTC-Highroad war es bereits der dritte Tagessieg bei der diesjährigen Tour und der 18. insgesamt.

"Gestern war es ein perfekter Sprint von Andre Greipel. Heute wollte ich den Fehler nicht noch einmal machen. Ich hatte eine perfekte Vorbereitung, dann habe ich beschleunigt. Da können die anderen Fahrer dann nichts mehr ausrichten", sagte der 25-Jährige Cavendish.

Greipel nicht unzufrieden

Geschlaucht, aber auch erleichtert war Greipel im Zielraum: "Das war wieder ein gefährlicher Sprint. Deshalb bin ich mit meinem zweiten Platz sehr zufrieden." (DATENCENTER: Ergebnis 11. Etappe).

Mit einem Sieg hätte der gebürtige Rostocker Greipel ein Stück deutsche Radsport-Geschichte geschrieben. Erst einmal konnte ein Deutscher zwei Etappen beim größten Radrennen der Welt in Folge gewinnen.

1997, im Jahr des einzigen deutschen Tour-Gesamtsieges durch Jan Ullrich, war dieses Kunststück der Sprint-Legende Erik Zabel gelungen.

Für Greipel und den Rest der Sprinter war es die voerst letzte Chance auf einen Etappensieg, am Donnerstag geht es in die ersten Hochgebirgsetappe in den Pyrenäen (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile).

Sommer pausiert

Der Sommer in Frankreich hatte auch am Mittwoch wieder eine Pause eingelegt.

Das Peloton musste die 167,5 Kilometer lange Fahrt von Blaye-les-Mines nach Lavaur wie bei vielen anderen Etappen der Tour 2011 bei Regen bestreiten.

Anders als auf den Teilstücken der ersten Woche blieben die Fahrer diesmal allerdings von schwereren Stürzen verschont (428286DIASHOW: Die Bilder der Tour).

Ausreißer bestimmen Etappe

Nach 13,5 Kilometern machte sich eine sechsköpfige Fluchtgruppe auf den Weg. Mit dabei waren die Franzosen Mickael Delage (FDJeux), Tristan Valentin (Cofidis) und Jimmy Engoulvent (Saur-Sojasun) sowie Ruben Perez Moreno (Spanien/Euskaltel), Lars Boom (Niederlande/Rabobank), Andrij Griwko (Ukraine/Astana).

Sie erarbeiteten sich einen Maximalvorsprung von 4:25 Minuten, wurden aber vor allem aufgrund der Nachführarbeit des Teams HTC-Highroad knapp drei Kilometer vor dem Ziel gestellt.

Die Gruppe hatte zuvor den Sieg im Zwischensprint nach 85 Kilometern, den sich Delage sicherte, unter sich ausgemacht. Im Kampf um die verbleibenden Punkte setzte sich Cavendish gegen die Konkurrenz im Peloton durch.

Wasserschlacht

Das Rennen, das von Beginn an mit hohem Tempo bestritten worden, nahm erst auf den letzten Kilometern richtig Fahrt auf, die Entscheidung fiel erst im Finale.

Einsetzender Platzregen hatte es zu einer echten Wasserschlacht werden lassen.

Cavendish ging als Führender auf die letzten Meter vor der Ziellinie und konnte auch vor dem heranstürzenden Greipel nicht mehr geschlagen werden.

"Es ist schön, Grün zu tragen. Es ist ein besonderes Trikot für mich", erklärte der HTC-Profi.

Voeckler bleibt in Gelb

Das Gelbe Trikot ins Hochgebirge der Pyrenäen tragen wird der französische Publikumsliebling Thomas Voeckler (Europcar), der Gesamtführung zum zweiten Mal in Folge verteidigte.

Tony Martin (Cottbus) bleibt auf Rang sechs bester Deutscher (2:38 Minuten zurück), dicht gefolgt von Andreas Klöden (Mittweida/2:43) als Achten.

Voeckler wird es jedoch nicht leicht haben, das "maillot jaune" auch nach der Etappe am Donnerstag zu behalten. Auf dem 211 Kilometer langem Weg von Cugnaux nach Luz Ardiden stehen am Donnerstag gleich drei schwere Pyrenäenberge auf dem Programm, darunter zwei der Ehrenkategorie.

Auch die Sprinter werden zu leiden haben.

Pyrenäen stehen an

Die Favoriten werden sich dagegen den ersten Schlagabtausch liefern. Fahrer, die durch die sturzreichen ersten Tage bereits an Boden verloren haben, werden Angriffe starten.

Auch eine Attacke des Titelvertedigers Alberto Contador (Spanien/Saxo Bank) ist durchaus wahrscheinlich.

Aber auch die französischenKletterspezialisten wie David Moncoutie (Cofidis) hoffen, an ihrem Nationalfeiertag ein Wörtchen um den Tagessieg mitreden zu können.

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