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Jens Voigt feierte bei der Tour de France 2001 und 2006 einen Etappensieg © getty

Bei seiner vielleicht letzten Tour hofft Voigt, Helfer des Gelb-Siegers zu werden. Andy Schleck habe die richtige Mischung.

Luz Ardiden - Wenn Jens Voigt über die Vorzüge seiner Arbeit spricht, fangen seine Augen an zu leuchten.

"Ich weiß auch nicht, ob es jedem der Fahrer so geht. Aber für mich ist das meine Leidenschaft. Ich sehe mich als sehr glücklich und gesegnet an", sagt der 39 Jahre alte Radprofi vom luxemburgischen Team Leopard Trek.

Voigt liebt, was er tut - trotz der Anstrengungen und Entbehrungen, die seine Arbeit oft mit sich bringt.

Ans Aufhören denkt der Wahl-Berliner daher nur ungern, die Tour de France 2011 könnte dennoch seine letzte sein. (Voigt im SPORT1-Interview: "Ich bin ein Armutszeugnis für die Jüngeren")

"Das schönste Rennen der Welt"

"Man kann das Alter nicht aufhalten", sagt Voigt, der sich in diesem Jahr bereits zum 14. Mal bei der "Großen Schleife" über Frankreichs Straßen quält. (428286DIASHOW: Die Bilder der Tour)

Damit ist Voigt zusammen mit Sprint-Legende Erik Zabel der deutsche Rekordteilnehmer.

Der Tour-Magie kann sich Voigt noch immer nicht entziehen. "Es ist mit Abstand das schönste Rennen der Welt, aber auch das schwerste." (DATENCENTER: Die Tour de France 2011)

Auch die Tour liebt Voigt

"Es bringt alle Bandbreiten der Emotionen mit sich", sagt Voigt, der selbst das begehrte "maillot jaune" 2001 und 2005 jeweils für einen Tag überstreifen konnte: "Die Tour ist alles oder nichts, barfuß oder Lackschuh."

Die Begeisterung für das größte Radrennen der Welt beruht auf Gegenseitigkeit, die Grand Boucle liebt auch Jens Voigt.

Seine offensive und selbstlose Fahrweise hat ihm in Frankreich große Anerkennung gebracht, im Peloton ist er einer der angesehensten Fahrer. Schonungslos mit sich selbst, immer zu vollem Risiko bereit.

Ehre und Anerkennung

Das Wort des gebürtigen Grevesmühleners, der bis November 2007 Sprecher des Verbandes der Radprofis (CPA) war, hat Gewicht im Kreise der Rad-Elite. (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile)

Tugenden, auf die man bei Leopard Trek trotz seines fortgeschrittenden Alters nicht verzichten wollte. Voigt steht im Aufgebot des vielleicht stärksten Teams der Tour.

Der Routinier empfindet dies als große Ehre und Anerkennung: "Es macht mich schon ein wenig stolz, wieder für wert befunden worden zu sein, hier an den Start gehen zu dürfen."

"Anderen Fahrern wehtun"

An der Seite der Mitfavoriten Andy und Fränk Schleck wäre der Erfolg eines seiner Kapitäne im Herbst seiner Karriere noch einmal eine Art Krönung für Voigt.

Seine Rolle bei Leopard Trek ist klar definiert. "Ich bin der für die harte Arbeit. Anderen Fahrern wehtun, das ist meine Aufgabe", sagt Edelhelfer Voigt mit einem Lächeln und gibt sich in der Zielsetzung selbstbewusst: "Wir haben eine großartige und eingespielte Mannschaft. Wir sind bereit".

Besonders Andy, der jüngere der Schleck-Brüder, hat seiner Ansicht nach gute Chacnen auf den Sieg.

Die richtige Mischung

"Er ist ein netter, junger Mann mit einer großen Portion Lausbubencharme", so Voigt über seinen Kapitän: "Er hat die richtige Mischung aus Verantwortung und dieser Verspieltheit. Er hat dazugelernt".

Von dem 26-jährigen Luxemburger hat auch der 13 Jahre ältere Voigt etwas gelernt. Auf Drängen Schlecks und der restlichen Teamkollegen legte sich Voigt einen Account beim Kurznachrichtendienst "Twitter" an.

"Es gibt wohl nichts Überzeugenderes als den kalten Lauf einer Pistole an deinem Schädel", sagte Voigt augenzwinkernd über seine Beweggründe.

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