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Thor Hushovd gewann 2005 und 2009 das Grüne Trikot des Punktbesten © getty

Für den Norweger ist die Tour eine Triumph-Fahrt. Sein Wandel vom Sprinter zum Allrounder ruft die Konkurrenz auf den Plan.

Plateau de Beille - Wild entschlossen packte der Donnergott seinen Hammer aus und machte sich auf die Jagd.

Waghalsig stürzte sich Thor Hushovd am Freitag in die Abfahrt vom Col d'Aubisque und zerschmetterte im Ziel der 13. Etappe den Traum der Franzosen vom ersten Etappensieg bei der 98. Tour de France.

Für den 33-Jährigen ist die Tour 2011 nach dem Tagessieg in Lourdes, dem Erfolg im Mannschaftszeitfahren und acht Tagen im Gelben Trikot zu einer einzigen Triumphfahrt geworden (DATENCENTER: Die Tour de France) .

"Was ist der schlimmste Albtraum für einen Profiradfahrer? Als Solist einem Tour-Etappensieg entgegenfahren und dabei von Thor Hushovd verfolgt zu werden. Die Angst vor dem Gott des Donners", twitterte David Millar, britischer Teamkollege bei Garmin-Cervelo und brachte es damit wohl auf den Punkt.

Lockerer, umgänglicher Charakter

"Ich denke, das ist mein schönster Sieg bei der Tour de France", sagte Hushovd nach der Zielankunft am Freitag: "Der Aubisque ist Teil der Tour-Geschichte. Dass ich hier mit dem Regenbogen-Trikot auf meinen Schultern gewinnen konnte, ist etwas sehr Besonderes."

Als erster Weltmeister seit Oscar Freire (2002) hat Hushovd eine Etappe bei der Tour gewonnen. Der Norweger leistet in diesem Jahr Außergewöhnliches - und verbreitet dabei Angst und Schrecken auf der Straße.

Wer sich nicht gerade mit Hushovd um Etappensiege streitet, erlebt den 33-Jährigen als lockeren und umgänglichen Charakter (BERICHT: Hushovd verhindert französischen Triumph).

Mit Perücke und Hammer zur Teampräsentation

Schon sein erster Auftritt im Vorfeld der Großen Schleife sorgte für Lacher.

Mit Perücke auf dem Kopf und Thors Hammer in der Hand ließ sich der Norweger bei der offiziellen Teampräsentation in Puy du Fou auf eine Hebebühne fahren (428286DIASHOW: Die Bilder der Tour).

Auch im Rennen ist er immer für ein Schwätzchen zu haben, meist trägt er ein Lächeln auf den Lippen.

Ski fahren nimmt Angst vor Abfahrt

"Es ist wichtig, das Leben und jeden Moment zu genießen. Tu, was du tun willst und habe Spaß dabei. Verschwende deinen guten Momente nicht, vielleicht kommen sie nie wieder", sagte Hushovd, der auch über sich selbst humorvolle Worte findet: "Ich bin der Typ, der auf dem Fahrrad immer doppelt so groß aussieht wie die Anderen".

Mit dem Fahrradfahren hatte Hushovd im Alter von neun Jahren gemeinsam mit seinem älteren Bruder angefangen. In seiner südnorwegischen Heimat stand er zudem oft auf Skiern.

Besonderes Letzteres hat viel zu seiner Stärke in der Abfahrt beigetragen: "Es hat mir die Angst genommen. Einer der großen Vorteile ist, dass ich dadurch sehr gut in der Lage bin, die Straße zu lesen".

Allrounder weckt Begehrlichkeiten

Doch nicht nur seine Qualitäten auf dem Weg ins Tal machen Eindruck. Hushovd, der in der Vergangenheit nur als Sprinter mit Zeitfahrqualitäten in Erscheinung trat, hat sich zum Allrounder gewandelt (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile).

Verblüffend, wie leichtfüßig er trotz seiner kräftigen Statur bei den Anstiegen zur M-r de Bretagne und nach Super-Besse Sancy mit den Bergspezialisten und Favoriten mithalten konnte.

Vor allem deshalb konnte er das Gelbe Trikot sieben Tage verteidigen.

Die Stärken Hushovds, der 2005 und 2009 das Grüne Trikot des besten Sprinters nach Paris getragen hatte, wecken auch bei anderen Teams Begehrlichkeiten.

Angeblich haben Saxo Bank und BMC Racing bereits Kontakt mit Hushovd aufgenommen. Aber auch eine Fortsetzung seines Engagements bei Garmin-Cervelo scheint nicht ausgeschlossen.

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