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Mark Cavendish gewann für HTC insgesamt 19 Etappen bei der Tour de France © getty

Die Zukunft des Rennstalls von Tony Martin ist weiterhin ungeklärt. Die Top-Fahrer wecken Begehrlichkeiten bei anderen Teams.

Montpellier - Der zweite Ruhetag bei der 98. Tour de France sollte der Stichtag sein, doch das Warten ging zunächst auch am Montag weiter.

Die Zukunft des Radrennstalls HTC-Highroad ist noch immer ungeklärt und damit ebenso die Zukunft des deutschen Hoffnungsträgers Tony Martin und des britischen Sprintstars Mark Cavendish.

Allerdings machten Gerüchte die Runde, wonach ein deutscher Sponsor sich künftig beim amerikanischen Team engagieren möchte.

Weder der amerikanische Teamchef Bob Stapleton noch Sportdirektor Rolf Aldag wollten diese Spekulationen, die eine belgische Zeitung verbreitete, als zutreffend bestätigen.

"Ein deutscher Sponsor wäre natürlich willkommen", sagte Aldag. Mehr nicht. Es gebe Grund zum Optimismus, "aber mehr kann ich nicht sagen", ergänzte Stapleton. Nervosität oder Unruhe waren am Sonntag nach der 15. Etappe in Montpellier nicht zu beobachten. (431256DIASHOW: Die Bilder der Tour)

HTC hat weiterhin Priorität

Stapleton sagte zuvor der Nachrichtenagentur "AFP", die Gespräche mit dem aktuellen Hauptsponsor hätten nach wie vor Priorität.

"Wir verhandeln weiter mit HTC. Unser Fokus ist, ihnen zu zeigen, welchen Wert eine Fortsetzung der Zusammenarbeit hätte. Wir schätzen, sie hatten bisher einen Werbewert von 400 Millionen Euro. Das würden wir gerne in ein langfristiges Engagement übertragen", so Stapleton.

Der laufende Vertrag mit dem asiatischen Mobiltelefonhersteller endet nach der Saison.

Gerüchte um Top-Fahrer

Sollten die Verhandlungen mit HTC scheitern, schließt der Unternehmer andere Lösungen nicht aus. Der Einstieg eines neuen Sponsors sei möglich, genauso wie eine Fusion mit einer anderen Mannschaft.

"Wir würden das in Erwägung ziehen", sagte Stapleton: "Mehr als ein halbes Dutzend Teams hat uns kontaktiert." Sie würden sich allerdings nur einen starken Partner aussuchen. "Eine kleine Schwester wäre nichts für uns", so Stapleton.

Bei der Tour, wo traditionell viele Vertragsgespräche für die neue Saison anlaufen, wird nun aber eine Reihe von HTC-Fahrern mit anderen Teams in Verbindung gebracht.

Cavendishs Zukunft liege demnach beim britischen Team Sky, Martin wurde eine Nähe zu Saxo Bank nachgesagt, was er umgehend dementierte.

Vor dem 1. August ist es den Profis ohnehin nicht gestattet, neue Verträge zu unterzeichnen.

Erfolge sprechen für sich

HTC gilt als der erfolgreichste Rennstall der letzten Jahre, hat die meisten Siege aller Profiteams errungen.

Bei den drei großen Landesrundfahrten Tour, Giro und Vuelta hat das Team bereits über 40 Tageserfolge feiern können. Auf diesen Status setzt Stapleton - und auf Wohlfühlatmosphäre.

"Ich weiß, das ist ein Team, in dem jeder Fahrer gerne wäre. Wir haben den besten Betreuerstab, und die Entwicklung unserer Fahrer war immer positiv. Es geht darum, dass wir in einem absehbaren Zeitfenster finanziell konkurrenzfähig sind", sagte er dem amerikanischen Magazin "Velonews".

"Es wäre schade"

Die personellen Entscheidungen werden aber wohl kurz nach der Grand Boucle fallen. "Die Tour ist viel zu wichtig, um jeden Tag mit schwarzen Sonnenbrillen dazusitzen und zu zocken", sagte Rolf Aldag. (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile)

Die Erfolge sprechen solange weiterhin für HTC. Vier Etappensiege hat Cavendish bei der Tour 2011 für das Team eingefahren und so dessen Ausnahmestellung untermauert. (DATENCENTER: Die Tour de France)

So setzt auch Aldag darauf, die Fahrer derzeit noch bei der Stange zu halten und hofft, dass sie geduldig bleiben: "Es wäre schade, diese Toptruppe aufzugeben."

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