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Thor Hushovd konnte bislang zwölf Etappensiege bei der Tour feiern © getty

Der Norweger fährt auf der 16. Etappe zum nächsten Erfolg bei der diesjährigen Tour. Contador hängt die Schleck-Brüder ab.

Gap - Überraschungsangriff von Alberto Contador, bitterer Rückschlag für die Schleck-Brüder, Doppelsieg der Norweger und ein Lebenszeichen von Tony Martin: Die 16. Etappe der 98. Tour de France hat am Dienstag unerwartet einen Showdown der Anwärter auf den Gesamtsieg gebracht, bei dem der spanische Titelverteidiger sich zurückmeldete.

Am Col de Manse startete Contador mehrere Attacken und nahm den Luxemburgern Andy und Frank Schleck Zeit ab (DATENCENTER: Die Tour de France).

In die Rolle des Top-Favoriten rückte aber Cadel Evans, der selbst dem Kapitän des Saxo Bank Teams noch drei Sekunden abnahm (431256DIASHOW: Die Bilder der Tour).

Beim Tagessieg des norwegischen Weltmeisters Thor Hushovd (Garmin-Cervelo) nach 162,5 km in Gap rehabilitierte sich auch der deutsche Hoffnungsträger Tony Martin nach seinem Einbruch in den Pyrenäen.

Norweger top in Form

Der Radprofi vom Team HTC-Highroad verpasste jedoch seinen ersten Etappensieg bei einer Frankreich-Rundfahrt und kam auf Rang vier.

Bei teils strömenden Regen und herbstlichen Temperaturen verwies Hushovd, der nach seinem Sieg in Lourdes und dem Erfolg im Mannschaftszeitfahren erneut eine Etappe gewann, Landsmann Edvald Boasson Hagen (Sky) und Ryder Hesjedal (Kanada) auf die folgende Plätze.

"Es ist unglaublich. Wir sind nur zwei Norweger im Feld, und dann beide ganz vorne", sagte Hushovd nach seinem Erfolg: "Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Wir gewinnen das Teamzeitfahren, ich erobere das Gelbe Trikot, gewinne eine Etappe und heute wieder. Das ist eine tolle Sache."

Schlecks Verlierer des Tages

Im Peloton setzte am Col de Manse Contador zu einem Überraschungsangriff an, der aber sowohl von den Schleck-Brüdern als auch von den übrigen Favoriten zunächst abgewehrt wurde.

Doch der Spanier ließ nicht locker und konnte sich tatsächlich lösen. Nur Evans und Samuel Sanchez (Spanien/Euskaltel) blieben am Hinterrad des dreimaligen Tour-Siegers.

Die Schlecks dagegen rangen vergeblich um den Anschluss und waren die Verlierer des Tages.

Contador zeigt Willen

Dass dies mehr als ein erster Vorgeschmack auf die kommenden Tage in den Alpen war, zeigte der Abstand im Ziel. Frank Schleck verlor 19 Sekunden auf Evans, 16 auf Contador.

Andy Schleck kassierte gar von Evans 1:09 Minute und von Contador 1:06. Contador zeigte, dass er von nun an tatsächlich gewillt ist, jede sich bietende Chance wahrzunehmen.

Der Franzose Thomas Voeckler (Europcar) büßte ebenfalls Zeit ein, fährt aber weiter in Gelb und liegt jetzt 1:45 Minuten vor Evans sowie 1:49 vor Frank Schleck. Sein Bruder ist Vierter mit 3:03 Minuten Rückstand, Contador folgt nur noch 39 Sekunden hinter Andy.

Martin rehabilitiert sich

Aus einer zehnköpfigen Spitzengruppe hatte sich am Col de Manse Hesjedal abgesetzt, doch Teamkollege Hushovd und Boasson Hagen schlossen kurz nach dem Gipfel auf.

Auf der Zielgeraden zog Hesjedal Hushovd den Sprint an, Hagen konnte nicht mehr vorbeifahren.

Tony Martin konnte sich für seine schwachen Leistungen in den Pyrenäen ein wenig rehabilitieren. Dort hatte sich Martin von seinem Ziel, in Paris die Top Ten zu erreichen, verabschieden müssen.

Hart umkämpftes Rennen

Auf den Etappen nach Luz-Ardiden und zum Plateau de Beille kassierte er insgesamt gut 26 Minuten Rückstand auf die Besten.

Etwa nach 100 Kilometern stand die Gruppe, der insgesamt zehn Fahrer angehörten. Neben dem gebürtigen Cottbuser zählten die beiden norwegischen Etappensieger Hushovd und Boasson Hagen dazu.

Vor den Alpen und dem überraschenden Attacken der Favoriten, war das Rennen die ganze Zeit hart umkämpft. Auf den ersten 80 Kilometern gab es fast ständig Attacken, das Peloton ließ aber zunächst keine Ausreißer gewähren.

Ausflug nach Italien

Auch Martin war bereits einmal beteiligt, hatte aber wie auch der Bonner Christian Knees (Sky) zunächst keinen Erfolg.

Am Mittwoch macht die Tour einen ihren häufigen Abstecher ins Ausland. Anlässlich des 150. Jahrestages der Unabhängigkeit Italiens geht es nach Pinerolo.

Das 179 lange Teilstück startet in Gap (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile).

Ausreißer könnten gute Aussichten auf den Tagessieg haben, aber die Favoriten auf den Gesamtsieg haben gezeigt, dass sie nicht nur die Etappen am Donnerstag (Galibier) und Freitag (Alpe d'Huez) im Fokus haben.

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