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Tony Martin war 2010 Deutscher Meister im Zeitfahren © getty

Tony Martin erfüllt sich im Zeitfahren den großen Traum vom Tour-Etappensieg. Privat lässt er es lieber ruhig angehen.

Grenoble - Auf dem Dienstfoto in der steifen Polizeiuniform lächelt Tony Martin etwas verlegen, bei der Siegerehrung der 20. Etappe der 98. Tour de France (BERICHT) strahlte der gebürtige Cottbuser dagegen über das ganze Gesicht. (431256DIASHOW: Die Bilder der Tour)

Der Polizeimeister hat sich mit dem Sieg beim Einzelzeitfahren der Frankreich-Rundfahrt einen Kindheitstraum erfüllt.

"Ich bin überglücklich. Im Moment könnte ich die ganze Welt umarmen", sagte Martin nach dem größten Erfolg seiner Karriere. (DATENCENTER: Die Tour de France)

Sein Weg zum Weltklasse-Zeitfahrer nahm beim RSV Sossenheim seinen Anfang, bei dem Martin 1999 mit dem Radsport begann.

Start beim Team Gerolsteiner

Es folgten mehrere Titel bei den hessischen Meisterschaften sowie der erste große Sieg bei der TMP Tour im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.

Erstmals in Kontakt mit dem Profiradsport kam er als "Azubi" im Team Gerolsteiner. Seit 2008 tritt Martin für den heutigen Rennstall HTC-Highroad in die Pedale. (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile)

Bei Trainingsfahrten hört der 26-Jährige Hip Hop, Rock und Elektromusik - schnelle Beats für schnelle Beine. "Dadurch kann ich sehr hart trainieren", sagt Martin.

Geschwindigkeits-Fan

An seinem Sport begeistert ihn besonders die Geschwindigkeit auf dem Fahrrad:

"Das Gefühl auf dem Fahrrad ist sehr speziell. Du bist extrem schnell und machst das alles selbst, hast nur den eigenen Körper und keinen Motor als Antrieb."

Privat lässt es Martin ruhiger angehen. Wettkampffreie Zeiten verbringt er am liebsten mit seiner Familie und Freunden.

"Entbehrungsreiches" Leben

Völlig ausblenden kann er seine Passion für den Radsport aber auch dann nicht. In Kreuzlingen in der Schweiz, wo Martin seine Zelte aufgeschlagen hat, trifft er zu Ausfahrten und Grillabenden seine Teamkollegen Bert Grabsch und Patrick Gretsch.

Gerade im Sommer, wenn die großen Radrennen anstehen, sind diese Tage jedoch rar gesät.

"Sehr entbehrungsreich" sei das Leben als Radprofi. Maximal die Hälfte des Jahres könne er zu Hause verbringen.

Alles für ein Ziel

"Ich möchte mich da aber nicht beklagen. Das ist ein Leben, das habe ich so nicht anders kennengelernt", sagte Martin.

Er habe sich damit arrangiert: "Man hat ja auch ein Ziel. Und das Ziel heißt Tour de France. Wenn man am Start steht und die begeisterten Massen sieht, dann weiß man wieder, wofür man das gemacht hat."

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