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Mark Cavendish (l). gewann erstmals das Grüne, Cadel Evans das Gelbe Trikot © getty

Der Sprint-Star ist auf der Schlussetappe in Paris zum dritten Mal in Folge nicht zu schlagen. Evans krönt sich zum Tour-Champ.

Paris - Als Cadel Evans in Champagner-Laune über die Champs Elysees rollte, prostete Frankreich dem ersten australischen Tour-Sieger hochachtungsvoll zu.

Und auch in dessen Heimat knallten mitten in der Nacht die Korken.

Nach teils dramatischen 3430 km posierte der Triumphator mit den geschlagenen Herausforderern Andy und Frank Schleck, die eigentlich die 98. Tour de France viel mehr geprägt hatten.

Doch im Zeitfahren fuhr der lange als zu passiv gescholtene Kapitän des Teams BMC Racing die Konkurrenz beim Sieg von Tony Martin in Grund und Boden und trug das Gelbe Trikot nach Paris.

Beim Sieger-Interview schossen Evans Tränen in die blauen Augen, ehe er leichtfüßig auf das Podest vor dem Triumphbogen stieg.

"Ich habe es noch nicht richtig kapiert, aber eben hat es mir meine Frau noch einmal gesagt: Ich habe die Tour gewonnen!", sagte Evans und dankte seinen Unterstützern: "Viele haben immer an mich geglaubt, und heute habe ich es getan. Wir haben es geschafft."

"Das ist der Lohn für jemanden, der eine lange und erfolgreiche Karriere aufweist und sich akribisch auf dieses Rennen vorbereitet hat," sagte Tour-Chef Christian Prudhomme und verneigte sich vor Evans, der mit 34 Jahren einer der ältesten Sieger in der Geschichte der Großen Schleife ist.

"Er ist der erste Gewinner von der südlichen Hemisphäre und steht für die Globalisierung des Radsports", sagte Prudhomme.

Erst der dritte Nicht-Europäer

Als Evans das Ziel erreichte, war es in Australien halb zwei in der Nacht, was die Landsleute nicht vom Feiern abhielt.

Nach den Amerikanern Greg Lemond und Lance Armstrong ist Cadel Evans erst der dritte Nicht-Europäer, der die Frankreich-Rundfahrt gewonnen hat (DATENCENTER: Die Tour de France).

Fünfter Erfolg für Cavendish

Am Sonntag hatten die Sprinter ihren letzten großen Auftritt.

Die 21. Etappe über 95 km gewann wieder Mark Cavendish, der bereits 2009 und 2010 das letzte Teilstück für sich entschieden hatte. Der Brite war ein würdiger Gewinner des Grünen Trikots für den besten Sprinter: Er feierte fünf Etappensiege (423786DIASHOW: Die Etappen-Profile).

Brüderpaar auf dem Podium

Die Schlecks waren dennoch stolz auf ihre Leistungen.

Mit dem Ziel, den Tour-Sieg in die Familie zu holen, waren sie angetreten - am Ende waren sie immerhin das erste Brüderpaar, das gemeinsam auf dem Podium der Tour steht (431256DIASHOW: Die Bilder der Tour).

"Es waren drei super schöne Wochen voller Emotionen", sagte der 31-jährige Frank.

Der fünf Jahre jüngere Andy, der zum dritten Mal in Folge Zweiter der Großen Schleife wurde, ergänzte: "Es ist ein Traum, dass wir beide auf dem Podium stehen. Ich komme wieder, um zu gewinnen. Ich habe noch ein paar Jahre Zeit."

Contador ist "zufrieden"

Im Schatten der Hauptakteure blieb diesmal der Spanier Alberto Contador (Saxo Bank).

Der dreimalige Tour-Sieger konnte seinen Titel nicht erfolgreich verteidigen, ihn erwartet nun die Anhörung zu seinem positiven Dopingtest von 2010. Anfang August wird sich entscheiden, ob der 28-Jährige seinen Erfolg vom Vorjahr behalten darf oder gesperrt wird.

Im Zeitfahren wurde der Spanier Tagesdritter, in der Gesamtwertung Fünfter. "Ich bin zufrieden, der Giro war als Vorbereitung nicht ideal", sagte er.

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