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John Degenkolb (r.) muste sich bei den DM Robert Wagner (M.) geschlagen geben © getty

Degenkolb und Kittel sprühen vor Vorfreude auf die Vuelta a Espana. Martin rollt sich ein, Greipel hat anderes vor.

Benidorm - Debüt für zwei Sprintsterne, Zwischenstation für Tony Martin, Heimrennen für Andre Greipel: Wenn sich am Samstag 219 Radprofis in der Hitze der Costa Blanca in die 66. Spanien-Rundfahrt begeben, werden John Degenkolb und Marcel Kittel trotz der bevorstehenden Strapazen große Vorfreude empfinden.

Martin rollt sich bei der Vuelta für seinen Traum vom Titel im WM-Zeitfahren ein und Greipel will am Sonntag beim wichtigsten deutschen Rennen in Hamburg triumphieren.

Degenkolb (Gera/HTC-Highroad)) und Kittel (Arnstadt/Skil-Shimano), die beiden großen deutschen Sprinthoffnungen und künftigen Teamkollegen bei Skil-Shimano, stehen vor ihrer Premiere bei einer der drei großen Rundfahrten (Giro, Tour, Vuelta).

Nach vielen Siegen im ersten Profijahr werden beide damit für ihre starken Leistungen belohnt. Für die turboschnellen Thüringer ist es die Erfüllung eines Traums.

Degenkolb geehrt

"Es ist ein riesengroße Freude, eine riesengroße Ehre, gleich im ersten Jahr bei einer großen Rundfahrt am Start zu stehen", sagte Degenkolb. Der 22-Jährige hofft bei der Abschiedstour vom Team HTC-Highroad, das sich am Saisonende auflöst, sogar auf Top-Platzierungen.

Auf seine Chance lauert auch Kittel, der unter anderem bei der Polen-Rundfahrt mit vier Etappensiegen für Furore sorgte und von Sprint-Legende Erik Zabel geadelt wurde. Zabel hatte Kittel zuletzt "außerordentliches Talent" attestiert.

Martin mit Fokus auf WM

Seinen Beitrag zum Erfolg von HTC will auch Tony Martin leisten. Für den gebürtigen Cottbuser hat die Vuelta aber weitaus weniger Bedeutung als die WM in Kopenhagen (19. bis 25. September). Dort will Martin den Schweizer Fabian Cancellara schlagen, wie es ihm bei seinem Tour-de-France-Etappensieg in Grenoble gelungen war.

"Ich bremse lieber auch mal fünf Meter früher. Die WM ist viel wichtiger", sagte der 26-Jährige. Seine künftige sportliche Heimat steht indes wohl fest.

"Ich habe mich mental entschieden und einen ganz großen Favoriten. Aber unterschrieben ist noch nichts." Etliche Teams haben Interesse an Martin, der als "heißeste Ware" auf dem Transfermarkt gilt.

Klöden am Start

Die Spanien-Rundfahrt startet in Benidorm mit einem 13,8 Kilometer langen Mannschaftszeitfahren und endet nach 21 Etappen am 11. September traditionell in der spanischen Hauptstadt Madrid.

Neben Vorjahressieger Vincenzo Nibali (Italien/Liquigas) gehören Jürgen Van den Broeck aus Belgien (Omega Pharma-Lotto) und der Spanier Igor Anton (Euskaltel) zu den Sieganwärtern. Nach seinem Ausscheiden bei der Tour startet auch Andreas Klöden (Mittweida/RadioShack).

Greipel will Heimsieg

Der gebürtige Rostocker Andre Greipel will indes in seinem "Heimrennen" triumphieren.

Bei den Hamburger Cyclassics, dem einzigen Rennen der UCI World Tour auf deutschem Boden, geht der Tour-Etappensieger am Sonntag als der große Favorit ins Rennen. "Auch in Hamburg möchte ich einmal siegen", sagte Greipel.

Der 29-Jährige wäre der erste deutsche Sieger seit Erik Zabel, der 2001 gewann und heute Sportdirektor des Rennens ist.

"Dieses Rennen hat eine eigene Charakteristik. Es ist eines der wenigen World-Tour-Rennen, bei denen auch Sprinter eine Siegchance haben", sagte Greipel über den 216,5 Kilometer langen Kurs. 800.000 Zuschauer werden an der Strecke erwartet.

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