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Judith Arndt wurde siebenmal deutsche Meisterin im Einzelzeitfahren © getty

Nach dreimal Silber holt Judith Arndt in Kopenhagen ihren ersten WM-Titel im Einzelzeitfahren bei schwierigen Bedingungen.

Kopenhagen - Ein Titel mit langem Anlauf: Nach vielen vergeblichen Versuchen hat sich die deutsche Meisterin Judith Arndt endlich die Zeitfahrkrone aufgesetzt.

Die 35-Jährige siegte am Dienstag im Einzelzeitfahren der Frauen und holte damit die erste deutsche Goldmedaille bei den Straßenrad-Weltmeisterschaften in Kopenhagen (NEWS: Alles zum Radsport).

"Ich kann gar nicht sagen wie glücklich ich bin. Ich danke allen, die mich unterstützt haben. In der ersten Runde bin ich noch ein bisschen vorsichtig gefahren, in der zweiten Runde habe ich Gas gegeben", sagte Arndt kurz nach ihrer Goldfahrt.

Arndt verwies bei einem der größten Erfolge in ihrer Laufbahn die Neuseeländerin Linda Melanie Villumsen und Titelverteidigerin Emma Pooley (Großbritannien) auf die nächsten Plätze.

Über 20 Sekunden Vorsprung

In 37:07,38 Minuten hatte Arndt auf dem 27,8 Kilometer langen Kurs 21,73 Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte.

Auf Platz elf kam Ina-Yoko Teutenberg (Düsseldorf), die bei ihrem WM-Debüt im Zeitfahren ebenfalls eine gute Leistung zeigte.

Bereits dreimal war Arndt in der Vergangenheit im WM-Zeitfahren auf der Silberrang gefahren, diesmal erreichte sie ihr lang ersehntes Ziel. In den vergangenen Wochen hatte Arndt gerade im Zeitfahren glänzende Vorstellungen abgeliefert und sich in eine Rolle als Mitfavoritin gefahren.

Arndt kämpft bedingungslos

Bei teils schwierigen äußeren Bedingungen kämpfte Arndt bedingungslos und hatte nach der Hälfte der Strecke lediglich 1,5 Sekunden Rückstand auf die Kanadierin Clara Hughes, die zu diesem Zeitpunkt in Führung lag.

Arndt, die 2004 in Athen Olympiasilber im Straßenrennen errungen hatte, lieferte dann auf der zweiten Teilrunde eine Glanzvorstellung und lag schon bei der letzten Zwischenzeit deutlich in Front. Mit großem Einsatz baute die Deutsche ihren Vorsprung bis ins Ziel noch weiter aus.

Straßen sind nass und rutschig

Während Arndt auf der Strecke war, hatte der Regen zwar aufgehört, doch die Straßen waren zunächst noch immer nass und rutschig. Vor dem Start von Ina-Yoko Teutenberg hatte das schlechte Wetter in der dänischen Hauptstadt das Rennen äußerst kompliziert gemacht.

Als die Düsseldorferin von der Rampe fuhr, war bereits die gesamte Strecke nass. Auf dem sehr winkligen, technisch anspruchsvollen Kurs wurde es dadurch sehr heikel.

Besonders ein kurzer, gepflasteter Abschnitt zwang die Fahrerinnen zu größter Vorsicht. Auch Teutenberg hielt sich angesichts der schwierigen Verhältnisse sehr gut.

Medaille knapp verpasst

Vor dem Frauen-Rennen hatte der gebürtige Ukrainer Juri Wasiljew (Cottbus) für die deutschen Junioren eine weitere Medaille knapp verpasst.

Einen Tag nach dem Bronzerang von Mieke Kröger (Bielefeld) belegte Wasiljew im Einzelzeitfahren über 27,8 km als bester Starter des BDR den fünften Rang, zum Podium fehlten etwas mehr als 18 Sekunden.

Lokalmatador wird Weltmeister

Der Düsseldorfer Ruben Zepuntke kam auf Platz 15. Neuer Weltmeister wurde der dänische Lokalmatador Mads Wurtz-Schmidt vor James Oram (Neuseeland) und David Edwards (Australien).

Am Mittwoch greift der deutsche Sieganwärter Tony Martin ins Geschehen ein.

Im Einzelzeitfahren über 46,4 km gilt der gebürtige Cottbuser als Top-Favorit, aber auch Bert Grabsch (Wittenberg) geht durchaus chancenreich an den Start.

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