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Der verdächtigte Stefan Schumacher (l.) mit Carlos Sastre © imago

Der Radprofi hat ungeachtet jeden Dopingverdachts gegen ihn die Lizenz für 2009 beantragt und will für Quick Step fahren.

München - Radprofi Stefan Schumacher hat ungeachtet jeden Dopingverdachts gegen ihn die Lizenz für 2009 beantragt und will in der kommenden Saison für sein neues Team Quick Step fahren.

"Ich werde die Lizenz bekommen, habe einen gültigen Vertrag und ganz klar das Ziel, mit Quick Step erfolgreich zu sein", sagte Schumacher der Zeitung "Sonntag Aktuell".

Quick-Step-Teamchef Patrick Lefevere hatte nach Schumachers positiven A-Proben angekündigt, den Vertrag mit dem Nürtinger aufzulösen.

Für seinen neuen Arbeitgeber sei es laut Schumacher natürlich keine einfache Situation, aber man werde sich sicher noch einmal an einen Tisch setzen.

Zwei A-Proben positiv

Von Seiten des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) gebe es keinen Grund, ihm die Lizenz zu verweigern: "Es gibt ja noch nicht einmal ein Verfahren gegen mich."

Schumacher war bei den Nachtests der diesjährigen Tour de France Mitte Oktober in zwei A-Proben Doping mit dem EPO-Präparat CERA nachgewiesen worden. Seitdem stockt das Verfahren.

Die Öffnung der B-Probe hat der Schwabe, der bei der Tour beide Zeitfahren gewonnen hatte, aufgrund von "Ungereimtheiten bei der A-Probe" bisher noch nicht beantragt.

Warum hat Schumacher nicht gejubelt?

Der frühere Gerolsteiner-Fahrer nahm auch erstmals zu Äußerungen Stellung, er hätte als einziger im Teambus nicht gejubelt, als die Nachweisbarkeit von Cera bekannt wurde.

"Ich kann mich genau an diese Situation erinnern. Wir standen neben dem Team von Saunier Duval und haben gesehen, wie sie Ricardo Ricco in Handschellen abgeführt haben. Das ist kein Spaß, Ricco war nie mein Freund, aber wenn ein Kollege derart öffentlich vorgeführt wird, da juble ich nicht, das ist respektlos."

Er selbst habe "definitiv nicht" mit CERA gedopt und zweifelte erneut am Nachweisverfahren der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD.

Blutabnahme nach erstem Zeitfahr-Sieg

"Nach meinem ersten Zeitfahr-Sieg hat man mir Blut abgenommen und da war ich negativ und jetzt heißt es, dass ich zu Beginn der Tour CERA-positiv gewesen sein soll, beim Zeitfahren nicht und am Ruhetag dann wieder doch", meinte Schumacher. Das ergebe doch alles keinen Sinn.

Zudem seien seine Proben bereits monatelang entsiegelt und geöffnet gewesen, bevor sie nachuntersucht wurden.

Manipulation wirft Schumacher der AFLD zwar nicht vor, doch "für mich ist klar, dass bei der Sache etwas nicht stimmt, was, kann ich allerdings nicht sagen".

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