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Lance Armstrong war 1993 Weltmeister im Straßenrennen © getty

Die Staatsanwaltschaft verfolgt die Doping-Vorwürfe gegen Armstrong nicht mehr. Die USADA will weiter gegen den Betrug kämpfen.

Los Angeles - Lance Armstrong kann aufatmen: Die US-Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen gegen den siebenmaligen Tour-Sieger und sein früheres Team wegen des Vorwurfs des Dopings eingestellt.

Der 40 Jahre alte US-Amerikaner, der die Anschuldigungen stets bestritten hat, muss damit keine strafrechtlichen Konsequenzen mehr fürchten.

"Ich bin hoch erfreut zu hören, dass die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen eingestellt hat. Es ist die richtige Entscheidung und ich lobe sie dafür, sie getroffen zu haben", ließ Armstrong durch einen Sprecher mitteilen.

Zurück zur Normalität

"Ich freue mich jetzt darauf, mein Leben als Vater, Wettkämpfer und Anwalt für den Kampf gegen Krebs ohne diese Ablenkung fortzusetzen."

Nach dem offiziellen zweiten Ende seiner Rad-Karriere im vorigen Jahr tritt Armstrong sporadisch bei Triathlon-Wettbewerben an und kümmert sich ansonsten um sein Anti-Krebs-Projekt "Livestrong".

Staatsanwalt Andre Birotte junior hatte schriftlich mitgeteilt, dass sein Büro die "Untersuchung gegen Mitglieder und Verantwortliche eines Radteams im teilweisen Besitz von Lance Armstrong geschlossen" habe.

Kampf gegen Doping geht weiter

Rund zwei Jahre lang hatte die Staatsanwaltschaft nach Beweisen für ein Dopingprogramm in den Jahren 1999 bis 2005 in Armstrongs früherem Team US Postal gesucht.

Die Anti-Doping-Agentur der USA (USADA) erklärte nach der Einstellung des Verfahrens allerdings, dass sie ihre eigenen Untersuchungen fortsetzen werde.

"Anders als für die US-Staatsanwaltschaft ist der Job der USADA, den Sport sauber zu halten und nicht, Strafgesetze durchzusetzen. Unsere Untersuchungen gegen Doping im Radsport werden fortgesetzt."

"Wir warten schon darauf, die Informationen zu bekommen, die in der staatlichen Untersuchung gesammelt wurden", sagte USADA-Chef Travis Tygart.

Armstrong bestreitet vehement

Seit 2001 verfolgen Armstrong Dopinganschuldigungen. Damals gab er bekannt, mit dem höchst umstrittenen italienischen Sportarzt Michele Ferrari zusammengearbeitet zu haben.

Armstrong, der nie positiv getestet wurde, bestreitet die Vorwürfe noch immer vehement. "Ich habe es schon oft gesagt. Ich habe niemals leistungssteigernde Mittel genommen", sagte Armstrong.

Vorwürfe von Landis

Das Gegenteil behauptete unter anderem sein Landsmann und ehemaliger Teamkollege Floyd Landis, dem selbst sein eigener Tour-Sieg 2006 nachträglich aberkannt worden war.

Landis hatte Armstrong beschuldigt, nicht nur selbst leistungssteigernde Mittel genommen, sondern auch Teamkollegen erklärt zu haben, wie man nicht erwischt werde.

Er selbst sei Zeuge gewesen, wie Armstrong und Teamkollegen illegale Substanzen verwendet hätten, hatte Landis behauptet.

Zudem hatte die Ehefrau von Armstrongs früherem Teamkollegen Frankie Andreu in einem Interview mit dem Magazin Sports Illustrated erklärt, Armstrong habe gegenüber den Ärzten, die ihn wegen seiner Hodenkrebs-Erkrankung behandelten, die Einnahme von leistungssteigernden Mitteln zugegeben.

Ferrari ein guter Freund

Eine Untersuchung des Radsport-Weltverbandes UCI hatte Armstrong von dem Vorwurf entlastet, bei seinem Tour-Sieg 1999 mit EPO gedopt zu haben.

Zuvor hatte die französische Sporttageszeitung L'Equipe berichtet, dass sechs Dopingproben von Armstrong Spuren von EPO enthalten hätten.

Auch sein Kontakt zu Ferrari hatten den Amerikaner immer wieder in ein schlechtes Licht gerückt.

Armstrong bezeichnete Ferrari, der 2004 wegen Sportbetrugs zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden war, erst im vorigen Jahr noch einmal als "einen guten Freund, aber keinen Berater" und wies darauf hin, dass er die offizielle Zusammenarbeit mit Ferrari und dessen Sohn Stefano bereits sieben Jahre zuvor beendet habe.

"Ich höre mir diese Geschichten jetzt seit 15 Jahren an und bin mittlerweile immun dagegen", sagte er damals.

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