Das internationale Sportgericht CAS zieht Rad-Star Alberto Contador aus dem Verkehr - und rettet die Glaubwürdigkeit des Sports.

Pat McQuaid liegt falsch.

Der Präsident des internationalen Radsport-Verbands sprach nach dem Doping-Urteil des internationalen Sportgerichts CAS gegen den spanischen Star Alberto Contador von einem "schwarzen Tag für unseren Sport".

Und selbst, wenn der Ire diesen Satz anders gemeint haben sollte: Die Zweijahressperre gegen Contador samt Aberkennung seines Toursieges aus dem einschlägigen Jahr 2010 (plus Streichung des Giro-d'Italia-Triumphs 2011) ist ein Sieg: einer für den Radsport, einer für den gesamten Weltsport.

Das Urteil der CAS-Richter hat die Glaubwürdigkeit des Sports, seiner Gerichtsbarkeit und auch der Bekämpfung des Sportbetrugs, vulgo: Doping, vor dem Totalschaden gerettet.

In letzter Minute zwar, aber doch nicht zu spät. Kurz bevor die Doping-Affäre Contador angesichts immer aufs Neue verschobener Urteilsverkündungen und eines zu befürchtenden Freispruchs endgültig zur Lach- und Endlosnummer wurde (wie übrigens auch der Fall des deutschen Toursiegers Jan Ullrich) hat der CAS doch noch die Kurve gekriegt.

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Allein, dass der Spanier damals nach seinen positiven Dopingproben mit dem Kälbermastmittel Clenbuterol am zweiten Ruhetag der Tour de France 2010 eineinhalb Jahre fröhlich weiterradeln durfte - und das, wie bei der Italien-Rundfahrt des Vorjahres durchaus siegreich, war für sich genommen ein Skandal.

Von Contadors mitgelieferter Begründung, ein verseuchtes baskisches Steak sei ihm zum Verhängnis geworden, einmal ganz abgesehen.

Dass es nun nicht so weit gekommen ist wie im Falle des noch ein Stück weit prominenteren, aber gewiss ähnlich verdächtigen Rekord-Toursiegers Lance Armstrong, der nach der Einstellung seines US-Verfahrens wohl für immer ungeschoren bleiben wird, dürfen sich die Sportrichter durchaus als Verdienst anrechnen lassen.

Und sogar der Radsport-Weltverband, der die Affäre - anders als Contadors spanischer Heimatverband - nicht auf sich beruhen ließ und vor den CAS brachte, hat Pluspunkte gesammelt.

Dass die Affäre "sehr schmerzhaft für den Radsport" war und ist, wie Präsident McQuaid beteuert, mag man glauben. Das Signal, das dieses Urteil an die Sportbetrüger dieser Welt sendet, wiegt die Schmerzen indes allemal auf.

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