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Alberto Contador wurde 2009 Spanischer Meister im Einzelzeitfahren © getty

Nach der Sperre samt Aberkennung des Tour-Sieges spricht Alberto Contador von "echten Qualen". Sein Chef zieht die Notbremse.

München - Radprofi Alberto Contador will trotz der zweijährigen Dopingsperre seine Karriere fortsetzen, steht aber zunächst ohne Team da.

"Ich komme mir vor wie ein Verbrecher. Aber ich werde weitermachen, obwohl ich mich nicht wohl fühle. Das alles macht mich nur noch stärker", sagte Contador am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz in seinem Heimatort Pinto/Spanien.

Der 29-Jährige war am Montag vom Internationalen Sportgerichtshof CAS wegen einer positiven Dopingprobe bei der Tour de France 2010 rückwirkend mit einer zweijährigen Sperre belegt worden (BERICHT: CAS sperrt Contador).

Die Sperre läuft am 5. August dieses Jahres ab.

Vertrag aufgelöst

Sein Team Saxo Bank löste nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" den Vertrag mit dem Spanier auf.

"Jeder wird verstehen, dass der Vertrag nicht fortgeführt werden kann, wenn er nicht für das Team fahren kann", zitiert das Blatt Teamchef Bjarne Riis.

Beide Parteien schlossen dem Bericht zufolge jedoch nicht aus, dass es nach Ablauf der Sperre zu einer erneuten Zusammenarbeit kommen könnte.

Noch am Dienstag hatte Riis erklärt: "Wir hoffen, dass man noch eine Lösung findet. Wir müssen das Urteil respektieren. Aber Alberto hat unsere volle Unterstützung, bis alles geklärt ist."

"Ein Leiden für meine Frau"

Contador selbst sagte im Hotel "Las Artes" südlich von Madrid: "Ich bin tief enttäuscht. Seit eineinhalb Jahren fühle ich mich so, das wünsche ich niemanden. Das ist ein richtiges Leiden für meine Familie und besonders für meine Frau. All das geht gegen meine Werte, die ich von Kind an gelernt habe."

Er erklärte erneut, das Mittel Clenbuterol unwissentlich über ein verunreinigtes Steak zu sich genommen zu haben (EINWURF: Spätes Signal an alle Betrüger).

Juristischer Kampf steht an

"Ich habe alles gemacht, um meine Unschuld zu beweisen", sagte Contador und schloss weitere rechtliche Schritte nicht aus: "Meine Anwälte arbeiten in alle Richtungen. Ob wir vor ein ordentliches Gericht gehen, müssen sie entscheiden. Ich will aber bis zum letztmöglichen Schritt kämpfen."

Contador betonte weiter, dass er "die Sperre nicht versteht" und "echte Qualen" leidet.(STIMMEN: "Jemand möchte den Tod des Radsports").

Contador schloss auch einen erneuten Start bei einer Tour de France nicht aus. "Die Sperre läuft im August ab. Wenn ich zurückkomme, will ich wieder bei den besten Rennen dabei sein."

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