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Radprofi Jan Ullrich gewann 1997 die Tour de France © imago

Nach seiner Verurteilung durch den CAS gibt Ex-Radprofi Jan Ullrich kleinlaut zu, Kontakt zu Dopingarzt Fuentes gehabt zu haben.

Lausanne/München - Jan Ullrich hat den Kontakt zu dem umstrittenen mutmaßlichen Dopingarzt Dr. Eufemiano Fuentes eingeräumt und sein Bedauern darüber zum Ausdruck gebracht.

"Ich bestätige, dass ich Kontakt zu Fuentes hatte", ließ der Toursieger von 1997 in einem Statement auf seiner Homepage wissen.

"Ich weiß, dass das ein großer Fehler war, den ich sehr bereue. Für dieses Verhalten möchte ich mich aufrichtig bei allen entschuldigen - es tut mir sehr leid. Rückblickend würde ich in einigen Situationen während meiner Karriere anders handeln", so Ullrich weiter.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte Jan Ullrich am Donnerstag schuldig gesprochen, gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen zu haben (BERICHT: Doping! CAS spricht Ullrich schuldig).

Übereinstimmung? Nicht in allen Punkten

Der einzige deutsche Tour-Sieger wurde zu einer zweijährigen Sperre rückwirkend vom 22. August 2011 verurteilt. Das höchste Sportgericht in Lausanne annullierte zudem sämtliche Ergebnisse Ullrichs seit dem 1. Mai 2005.

"Ich nehme den Schiedsspruch hin und werde ihn nicht anfechten", teilte Ullrich mit: "Nicht, weil ich mit allen Punkten in der Urteilsbegründung übereinstimme, sondern weil ich das Thema endgültig beenden möchte. Persönliche Konsequenzen habe ich ja bereits 2007 mit dem Rücktritt vom Profiradsport gezogen."

"Immenser Eigendruck"

Für die Tour 2006 habe er "nochmal alles rausholen" wollen:

"Nach meinem Toursieg 1997 und fünf zweiten Plätzen war der Druck der Öffentlichkeit, der Sponsoren und auch mein Eigendruck immens groß. Alle wollten einen zweiten Toursieg, besonders nach dem Rücktritt von Lance Armstrong."

"Fühlte mich alleingelassen"

Kurz vor der Tour 2006 habe es dann "einen großen Schlag" getan: "Suspendierung, Schlagzeilen, Ächtung, Hausdurchsuchungen, Strafverfahren, Klagen. Ich fühlte mich alleingelassen, wie durch einen Sieb gefallen. Die ganze Welt wollte mich an die Mauer stellen und dann bin ich instinktiv in Deckung gegangen, habe mich erst mal zurückgezogen."

Er wolle sich aber nicht beklagen, "das alles kam nicht ohne Grund. Ich wollte schon damals, kurz nach meiner Suspendierung, den Fehler, den ich gemacht habe, öffentlich eingestehen, aber mir waren die Hände gebunden."

Schweigen auf Anraten

Sein bisheriges Schweigen sei Ullrich vorgeschlagen worden.

"Auf Anraten meiner Anwälte und wie es in solchen Fällen üblich ist, habe ich zu den Vorwürfen geschwiegen", erklärte Ullrich: "Letztendlich hat mich dieses Thema über Jahre so sehr belastet, dass ich krank wurde und irgendwann zusammengebrochen bin."

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