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Leonardo Piepoli gewann bei der Tour de France 2008 die zehnte Etappe © imago

Doping-Sünder Leonardo Piepoli zeigt Reue und fordert Berufsverbot für sich selbst. Lance Armstrong will auch 2010 noch fahren.

Rom - Leonardo Piepoli bereut sein Dopingvergehen bei der Tour de France zutiefst und hat alle Athleten zum Kampf gegen Doping aufgerufen.

"Ich empfinde Ekel vor mir selbst, weil ich gedopt habe. An jenem Tag vor der Tour habe ich den besten Teil von mir selbst getötet."

"Ich habe den Radsport getötet, der mein ganzes Leben war. Ich habe meine Würde, mein Gewissen mit den Füßen getreten und mich selbst enttäuscht", sagte der 37-Jährige der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport" am Mittwoch.

Piepoli bezeichnete seine Dopingsünde als die Folge von "Schwäche, Wahnsinn, Verantwortungslosigkeit."

Zwei positive Doping-Tests

"Ich stürze aber nicht in die Depression. Den Tiefpunkt habe ich mit dieser Schwäche erreicht, jetzt geht es mit mir wieder bergauf", so Piepoli. Piepoli hatte während der Tour de France am 4. und am 15. Juli zwei positive A-Proben auf das Epo-Nachfolgeprodukt Cera abgegeben.

Das französische Labor in Chatenay-Malabry bestätigte im November, dass auch die B-Probe positiv gewesen sei. Der Chefankläger des Nationalen Olympischen Komitees für Italien forderte deshalb am 18. Dezember 2008 eine zweijährige Dopingsperre für den Italiener.

Piepoli wünscht sich längere Sperre

"Eine Sperre von vier oder sechs Jahren oder sogar ein Berufsverbot wäre besser gewesen", sagte Piepoli. "Was ich als 37-Jähriger, der eine Frau und einen Sohn hat, getan habe, ist nicht zu rechtfertigen", meinte Piepoli.

Er appellierte an alle Athleten, nicht zu dopen. "Damit tritt man das eigene Gewissen und die Würde für immer".

Armstrong denkt an Saison 2010

Rückkehrer Lance Armstrong dagegen kann sich die Fortsetzung seiner Profi-Karriere sogar über die laufende Radsaison hinaus vorstellen. (Tourminator als Heilsbringer)

"Ich möchte es zeitlich nicht begrenzen. Vielleicht wird es ein, vielleicht zwei Jahre", sagte der siebenmalige Tour-de-France-Sieger in einem Interview mit dem amerikanischen Internet-Portal "The Daily Beast".

Zwar sei es noch zu früh, darüber zu entscheiden, jedoch denke er schon über eine weitere Saison 2010 nach. "Ich beschäftige mich mit dem Gedanken, auch wenn es derzeit noch etwas weit weg ist", so der US-Amerikaner, der nach dreijähriger Rennpause sein Comeback im kasachischen Astana-Team gibt.

Vom Radsessel in die Politik

Nach dem Ende seiner Karriere kann sich der Texaner eine zweite Karriere als Politiker vorstellen. "Wenn man das Gefühl hat, man kann den Job besser machen als diejenigen, die ihn jetzt machen, dann sollte man diesem Ruf folgen", sagte Armstrong.

Allerdings werde er den Wechsel in die Politik nur vollziehen, wenn er überzeugt sei, Dinge wirklich ändern zu können. "So etwas sollte man nicht für sein eigenes Ego tun, sondern nur, wenn man Einfluss nehmen und das Leben der Menschen verändern kann."

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