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Lance Armstrong (r.) ist siebenfacher Sieger der Tour de France © getty

Bei seiner Ankunft in Australien, dem Ort der Tour Down Under, wird der nicht unumstrittene Rad-Star Lance Armstrong gefeiert wie ein Champion.

Adelaide - Als Lance Armstrong zum Start seiner Comeback-Tour in Australien eintraf, wurde er wie ein Staatsgast empfangen.

Am Flughafen von Sydney wurden Sicherheitsvorkehrungen getroffen, wie sie eigentlich nur hochrangigen Politikern vorbehalten sind. Trotz der geheim gehaltenen Ankunftszeit bereiteten einige Dutzend Radsport-Fans dem siebenmaligen Tour-Sieger einen umjubelten Empfang in Down Under.

"So viel zum Thema reinmogeln nach Australien", meinte Armstrong nach dem gut zehnstündigen Flug von Hawaii nach Sydney. Dabei hatte der Texaner sich selbst verraten.

Der Kommunikations-Fanatiker schickte mehrere Stunden lang keine Nachrichten von seinem Handy auf seine Internetseite. Die Funkstille alarmierte Fans und Medien - Armstrong musste unterwegs sein.

Armstrong zurückhaltend

Nach kurzem Aufenthalt in der Olympiastadt von 2000 wechselte Armstrong mit seinem Bodyguard in den nächsten Flieger zur Endstation Adelaide. Dort steigt der 37-Jährige nach dreieinhalb Jahren Pause vom 20. bis 25. Januar bei der Tour Down Under wieder in den Rennsattel.

Seine schweren Security-Jungs werden vor und nach den Rennen nicht von seiner Seite weichen - der Veranstalter hat sie eigens für seinen Star engagiert.

Dass Armstrong auch für sportliche Schlagzeilen sorgen wird, hält der umjubelte Champion selbst für unwahrscheinlich.

"Das wäre schon sehr unrealistisch. Ich will mithalten und mich wieder an das Renn-Tempo gewöhnen", sagte der Astana-Profi. Er könnte auch der erste Fahrer sein, der das Rennen aufgebe.

Perfektionistische Vorbereitung

Dieser Fall ist jedoch extrem unwahrscheinlich, denn der seit jeher als Perfektionist bekannte Amerikaner hat auch bei seinem Comeback nichts dem Zufall überlassen.

Armstrong schlug in Hawaii eigens ein Trainingslager auf, um die Bedingungen in Australien zu simulieren. Dort soll das Quecksilber auf bis zu 40 Grad Celsius steigen.

Kurz nach seiner Ankunft in Adelaide schwang sich Armstrong dann auch gleich auf sein Rad und trainierte vier Stunden in den Hügeln im Umland der Millionenstadt.

"Meine Januar-Fitness ist viel besser als in den Jahren, in denen ich die Tour gewonnen habe", sagte Armstrong. Aber das bedeute nichts, bevor das Rennen nicht losginge.

"Aus Liebe zum Radsport"

Er fühle sich noch ein wenig unsicher und nervös, erzählte der in der Branche nicht unumstrittene Amerikaner. So recht glauben mochte das niemand, doch Armstrong nutzte jede Gelegenheit zum Tiefstapeln.

"Fitness ist nicht alles. Da fahren 200 Jungs mit 60 Stundenkilometern um gefährliche Kurven. Ich muss mich daran erst wieder gewöhnen", sagte Armstrong.

Der umtriebige Ex-Weltmeister ließ es sich natürlich nicht nehmen, über die Gründe seiner Rückkehr und seine Krebsstiftung Livestrong zu sinnieren.

"Ich kam als Freiwilliger und bin hier aus Liebe zum Radsport", sagte Armstrong. Ihm gehe es nicht so sehr um die sportliche Herausforderung oder das Geld.

Tour de France als Höhepunkt

Die Tour Down Under markiert den Auftakt seiner vorerst neunteiligen Comeback-Serie.

Armstrong hat bisher Starts bei der Kalifornien-Rundfahrt (14. bis 22. Februar), Mailand-San Remo (21. März), dem Criterium International (28./29. März), der Flandern-Rundfahrt (5. April), dem Giro del Trentino (22. bis 25. April), der Tour de Romandie (28. April bis 3. Mai) und dem Giro d'Italia (9. bis 31. Mai) zugesagt.

Höhepunkt soll die Teilnahme an der Tour de France (4. bis 26. Juli) sein. Kürzlich schloss er selbst jedoch eine Fortsetzung seiner Karriere über das laufende Jahr hinaus nicht mehr aus.

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