Regeln 2012: Bunte Trikots und Strafe für Zu-Spät-Kommer
München - Die Tour de France ist das härteste Radrennen und eines der größten Sportspektakel der Welt.
Die 99. Auflage der großen Schleife führt das Peloton über sage und schreibe 3497 Kilometer von Lüttich nach Paris ( täglich im LIVE-TICKER).
Doch wer glaubt, die insgesamt 198 Fahrer würden sich in den Sattel schwingen und einfach mal drauf los radeln, irrt gewaltig.
Ein kompaktes Regelwerk, Punkt- und Zeitwertungen bestimmen die taktische Vorgehensweise der 22 teilnehmenden Mannschaften.
SPORT1 gibt einen Überblick über die wichtigsten Fakten und Regeln:
Die 99. Tour de France startet wieder mit einem Prolog, nach einer Pause im letzten Jahr.
Über 6,4 Kilometer führt die Strecke durch das Stadtzentrum von Lüttich.
Später folgen zwei lange Einzelzeitfahren.
Auf der neunten Etappe geht es über 41,5 Kilometer von Arc-et-Senans nach Besancon (DIASHOW: Die Etappenprofile).
Und auch die 19. Etappe stellt über 53,5 Kilometer von Bonneval nach Chartres eine Härteprüfung im Rennen gegen die Uhr dar.
Kaum Änderungen im Vergleich zum Vorjahr
Ansonsten belässt es die Tour 2012 beim gleichen Regelwerk wie im Vorjahr.
Vor allem die Duelle um die Sonderwertungen waren dadurch beeinflusst worden. Es gibt weiterhin auch keine Zeitgutschriften bei der Zielankunft und den Zwischensprints.
• Zeitgutschriften: Keine
• Zeitnahme: Alle Zeiten werden auf die volle Sekunde abgerundet. Zehntel- oder Hundertstelsekunden beim Zeitfahren dienen nur der Platzierung. Bei Gleichstand in der Gesamtwertung entscheiden sie allerdings über den Träger des Gelben oder Weißen Trikots.
• Zeitüberschreitung: Erlaubt sind Rückstände auf den Sieger zwischen drei und 20 Prozent je nach Schwere der Strecke und Durchschnittstempo, beim Einzelzeitfahren maximal 25 Prozent. Ansonsten erfolgt in der Regel der Ausschluss.
• Sturz im Finale: Wer auf den letzten drei Kilometern stürzt, erhält die gleiche Zeit wie die Gruppe, der er angehörte - allerdings nur, wenn er noch das Ziel passiert hat. Ausnahmen sind Zeitfahren und Bergankünfte.
Zwischensprints extrem aufgewertet
• Gelbes Trikot: Gesamtwertung nach Addition der Etappenzeiten. Bei Zeitgleichheit entscheiden die Zehntelsekunden aus den Einzelzeitfahren, danach die Addition der Etappenplatzierungen.
• Grünes Trikot: 45-35-30 usw. Punkte bei Flachetappen, bei anderen Etappen weniger; Seit 2011 20-17-15 Punkte für Zwischensprints, die damit enorm aufgewertet worden sind. Zuvor hatte es nur 6-4-2 Punkte gegeben. Bei Gleichstand entscheidet die Zahl der Etappensiege.
• Bergtrikot: Je nach Kategorie 20-16-12 usw. bei Bergen der höchsten Kategorie, bei anderen entsprechend weniger. Doppelte Punktzahl gibt es nur noch bei den Etappen mit einer Bergankunft, alle sind in die Kategorie HC einzustufen. Ausreißer haben es daher schwerer, das Trikot zu erobern. Bei Gleichstand entscheidet die Zahl der ersten Plätze in den höchsten Bergwertungen.
• Weißes Trikot: Nachwuchswertung für alle Fahrer, die nach dem 1. Januar 1987 geboren sind.
• Mannschaftswertung: Addition der drei besten Fahrer jedes Teams auf jeder Etappe. Im Gesamtklassement entscheidet bei Gleichheit die Zahl der Tagessiege. Die Fahrer der führenden Mannschaft tragen jeweils gelbe Startnummern.
• Kämpferischster Fahrer (Rote Startnummer): Jury-Entscheid über den angriffsfreudigsten Fahrer jeder Etappe. Am Ende der Tour 2012 wählt die Jury den kämpferischsten Fahrer der gesamten Rundfahrt
Windschatten-Fahren wird bestraft
• Helmpflicht: Die Fahrer müssen ihren Kopfschutz bis ins Ziel aufbehalten, auch bei Gipfelankünften.
• Dopingkontrollen: Der Etappensieger, der Gesamtführende sowie mindestens neun weitere Fahrer werden getestet. Dazu kommen unangekündigte Kontrollen.
• Regelwidriges Verhalten: Hält sich ein Fahrer zu lange im Windschatten eines Begleitfahrzeuges auf, kann dies sowohl mit einer Geldbuße als auch mit einer Zeitstrafe geahndet werden. Gleiches gilt, wenn er sich anschieben oder ziehen lässt.