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Medizinischer Check: Lance Armstrong mit einem Arzt während der Tour de France 2005 © getty

Bei der Tour Down Under prallt der Kölner frontal gegen ein Motorrad. Den "Tourminator" schmerzt die Ergebnis-Veröfffentlichung seiner Doping-Kontrollen.

Victor Harbor - Als Andre Greipel nach einem Horror-Sturz bei Tempo 60 durch die Luft flog, stockte Lance Armstrong und Co. der Atem.

Der schwere Unfall des deutschen Vorjahressiegers überschattete die dritte Etappe der Tour Down Under. (DATENCENTER: Zwischenstände und Ergebnisse)

Der Columbia-Sprinter kollidierte frontal mit einem parkenden Polizei-Motorrad und erlitt dabei eine schwere Schulterverletzung. Rund drei Monate muss Greipel nun pausieren.

"Plötzlich, wie aus dem Nichts, stand da dieses Motorrad. Dann ging alles ganz schnell - Frontalkollision", schilderte Greipel später das Malheur auf seiner Internetseite: "Einige Fahrerkollegen haben mir hinterher berichtet, dass ich wohl ziemlich weit durch die Luft geflogen sei."

Schulter ausgekugelt und mehr

Das ärztliche Bulletin konnte die Eindrücke nur bestätigen: Schulter ausgekugelt, tiefe Schürfwunden an Armen und Beinen. Eine Risswunde am Ellenbogen musste genäht werden. Greipel wurde zunächst ins Flinders-Krankenhaus von Unley gebracht.

Am Freitag tritt der gebürtige Rostocker die Heimreise nach Hamburg an, wo er an der Schulter operiert werden soll.

"Leider werde ich wohl für rund zwölf Wochen ausfallen. Das ist natürlich ärgerlich, da meine Form richtig gut war und ich mir für die restlichen Etappen noch viel vorgenommen hatte. Auf der anderen Seite bin ich aber auch froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist", sagte Greipel.

Durchbruch noch im Vorjahr

Im Vorjahr hatte der Kölner die Tour Down Under noch gewonnen und mit insgesamt 15 Saisonsiegen den Durchbruch geschafft.

Armstrong, der dem Crash gerade noch ausweichen konnte, kam mit dem Schrecken davon. Anschließend setzte sich der Amerikaner im Verlauf der Etappe sportlich in Szene. Der siebenmalige Toursieger gehörte lange Zeit einer Spitzengruppe an, ehe das Peloton nach 100 km den Ausreißversuch beendete. (56423Die Bilder des Comebacks)

Die Etappe gewann der Australier Graeme Brown vom Rabobank-Team, sein Landsmann Allan Davis behauptete die Führung im Gesamtklassement.

Angst vor Fehlinterpretation

Unterdessen hat Armstrong angekündigt, die Ergebnisse seiner Doping-Kontrollen wie angekündigt zu veröffentlichen, aus Angst vor Fehlinterpretationen voraussichtlich aber nur in abgeschwächter Version.

"Wenn man beispielsweise für einen Monat in der Höhe trainiert, steigt der Hämatokritwert möglicherweise von 41 auf 46. Einige würden dann sagen: Das ist nicht normal", sagte der Amerikaner am Rande der Tour Down Under, wo er derzeit nach dreieinhalb Jahren sein Comeback gibt. Werte könnten in Folge von Dehydrierung, Krankheit oder Höhentraining variieren.

Deshalb müsse man vorsichtig sein, so Armstrong: "Ich verlasse mich dabei auf Don Catlin, was wir veröffentlichen." Der Wissenschaftler soll Armstrong alle drei Tagen testen. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Daten anschließend direkt ins Internet gestellt werden. Bislang ist dies noch nicht geschehen.

Wie Basso und Sinkewitz?

Der frühere Giro-Sieger Ivan Basso und Patrik Sinkewitz, die nach abgesessener Dopingsperre wieder am Start sind, haben ein ähnliches Projekt bereits in die Tat umgesetzt.

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