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Lance Armstrong sieht sich schon seit Jahren immer wieder mit Dopingvorwürfen konfrontiert © getty

Der Amerikaner attackiert im Kampf um sein sportliches Lebenswerk ein Mitglied der dreiköpfigen Kontrollkommission persönlich.

München - Der wegen Dopings angeklagte Ex-Radprofi Lance Armstrong bläst im Kampf um sein sportliches Lebenswerk weiter zum Angriff und geht seine Gegner nun auch persönlich an.

Über Twitter diskreditierte der siebenmalige Tour-de-France-Sieger den Jura-Professor Clark Griffith (BERICHT: Armstrong erwägt rechtliche Schritte gegen USADA).

Gegen das Mitglied der dreiköpfigen Kontrollkommission, die am Samstag einstimmig der US-Anti-Dopingagentur USADA riet, das Verfahren gegen Armstrong voranzutreiben, läuft in den USA eine Klage wegen des Verdachts auf Exhibitionismus.

Persönliche Angriffe gegen Kritiker

"Wow, solche Leute sucht sich die USADA aus. Das hier ist eines der drei Kommissionsmitglieder", schrieb Armstrong und verwies auf einen Artikel im Internet, in dem über den Griffith berichtet wird.

Dem Anwalt wird vorgeworfen, sich vor einer Studentin entblößt und sie sexuell belästigt zu haben.

"USADA hat keinen Respekt"

Bereits am Mittwoch hatte Armstrong die USADA erneut hart attackiert. In einem Brief stellte er die Glaubwürdigkeit der geständigen Dopingsünder Floyd Landis und Tyler Hamilton infrage, deren Aussagen die USADA verwendet.

Die USADA habe ihre eigenen Regeln verletzt, weil sie Armstrong Informationen dazu zu spät geliefert habe.

"Die USADA hat keinen Respekt vor ihrem eigenen Protokoll, vor Fairness oder der allgemeinen Vorstellung von Anstand", hieß es in dem Schreiben.

Identität der Zeugen bleibt geheim

USADA-Chef Travis Tygart sagte, die Agentur habe nur Informationen weitergegeben, die ohnehin bereits öffentlich bekannt waren.

Die USADA hat die, nach eigenen Angaben, mehr als zehn Zeugen bisher nicht öffentlich bekannt gemacht, um sie vor einer Einflussnahme zu schützen.

Aberkennung der Tour-Titel droht

Die Beweise umfassen eine Aufzeichnung des TV-Interviews von Hamilton im Jahr 2011 und eine schriftliche Mitteilung von Landis an den US-Radsportverband aus dem Jahr 2010. Beide beschuldigten Armstrong des Dopings.

Mitte Juni hatte die USADA Armstrong formal des Dopings angeklagt. Ihm und fünf weiteren Personen, darunter RadioShack-Teamchef Johan Bruyneel, wird vorgeworfen, mit verbotenen Substanzen gehandelt und deren Gebrauch angeordnet zu haben (BERICHT: Bruyneel verzichtet wegen Dopingvorwürfen auf Tour).

Bei einer Verurteilung droht dem 40-Jährigen neben einer lebenslangen Sperre auch die Aberkennung seiner Titel.

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