vergrößernverkleinern
Mark Cavendish (r.) bestreitet die Tour im Trikot des amtierenden Straßen-Weltmeisters © getty

Der Brite schiebt sich beim Massensprint der 2. Etappe im letzten Moment am Deutschen vorbei. Tony Martin quält sich ins Ziel.

Tournai - Nach dem Drama um Tony Martin hat Topsprinter Andre Greipel bei der Tour de France (täglich im LIVE-TICKER) das ersehnte deutsche Erfolgserlebnis haarscharf verpasst.

Im Massensprint der zweiten Etappe unterlag der Rostocker nach 207,5 km im belgischen Tournai seinem britischen Erzrivalen Mark Cavendish um wenige Zentimeter und wurde Zweiter.

Zeitfahr-Weltmeister Martin war trotz eines am Sonntag erlittenen Kahnbeinbruchs an den Start gegangen und kam als 190. mit 4:22 Minuten Rückstand ins Ziel. 580249(DIASHOW: Die Bilder der Tour)

"Ich bin ganz gut zurecht gekommen", erklärte Martin im Ziel: "Ich bin froh, das ich ins Ziel gekommen bin, das gibt Hoffnung für nächste Tage."

Cavendish schlägt zu

"Natürlich bin ich enttäuscht", sagte der geschlagene Greipel, "aber das ist eben Racing. Wir haben unser Bestes gegeben, Mark war heute einfach schneller."

Vor den Augen des belgischen Königs Albert II. hatte Greipels Team Lotto-Belisol den Sprint perfekt angezogen.

Weltmeister Cavendish (Sky) fand aber das Hinterrad seines ehemaligen Teamkollegen und zog aus dem Windschatten um nicht viel mehr als eine Reifenbreite vorbei.

Für den Mann von der Isle of Man war es bereits der 21. Etappensieg bei der Tour, Greipel verpasste seinen zweiten.

"Auf den letzten fünf Kilometern war ich auf mich alleine gestellt, hatte keinen aus meinem Team mehr dabei. Da musste ich eben mutiger sein", sagte Cavendish.

Cancellara bleibt vorn

Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigte der Schweizer Prologsieger Fabian Cancellara (RadioShack-Nissan) mit sieben Sekunden Vorsprung auf den Mitfavoriten Bradley Wiggins (Sky) erfolgreich.

Vorjahressieger Cadel Evans (BMC Racing) ist mit 17 Sekunden Rückstand Achter.

Bester Deutscher ist als Elfter Andreas Klöden, der 19 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Cancellara zurückliegt. (SERVICE: Das Ranking der Favoriten)

Martin kämpft sich durch

Mit dabei war am Montag entgegen den Befürchtungen der am Wochenende vom Pech verfolgte Martin (Omega Pharma-QuickStep).

Der Cottbuser, der am Sonntag auf der ersten Etappe schwer gestürzt war, biss auf die Zähne und fuhr mit einer schützenden Manschette an der verletzten linken Hand.

Der 27-Jährige will sich zumindest bis zum ersten langen Zeitfahren am kommenden Montag in Besancon durchkämpfen.

Weitere Tour ungewiss

"Ich habe immer noch Schmerzen, bin jedem Schlagloch ausgewichen und froh, im Ziel zu sein. Wenn in der Nacht nichts Gravierendes passiert, werde ich morgen wieder am Start stehen", sagte Martin.

Die zumeist flache Strecke kam dem angeschlagenen Cottbuser entgegen, er musste kaum in den belastenden Wiegetritt, hielt sich zumeist am Ende des Feldes auf.

Erst als die Teams der Sprinter in der Schlussphase Druck machten, konnte Martin das Tempo nicht mehr mitgehen.

"Morgen wir es um Einiges schwerer", erklärte Martin mit Blick auf die 3. Etappe: "Gerade bei den Abfahrten muss ich aufpassen."

Kittel mit Magen-Problemen

Pech hatte am Montag die neben Greipel zweite deutsche Sprinthoffnung.

Tour-Debütant Marcel Kittel (Argos-Shimano) plagte sich mit Magen-Darm-Problemen und fiel zwölf Kilometer vor dem Ziel aus dem Hauptfeld zurück.

Ausreißer-Trio springt weg

Schon früh nach dem Start unweit der niederländischen Grenze bildete sich eine dreiköpfige Ausreißergruppe.

Der im Bergtrikot fahrenden Dänen Michael Morkov (Saxo Bank-Tinkoff) sowie den Franzosen Christophe Kern (Europcar) und Anthony Roux (FDJeux-Big Mat) bestimmten das Geschehen lange Zeit und fuhren zeitweise knapp acht Minuten Vorsprung heraus.

Roux als Letzter gestellt

Das Hauptfeld, in dem vor allem Greipels Lotto-Team die Nachführarbeit verrichtete, hatte die Situation aber stets im Griff.

Die Lücke zu den Ausreißern wurde konsequent zugefahren und Roux als letzter Flüchtling 14 Kilometer vor dem Ziel gestellt.

Die dritte Etappe führt am Dienstag über 198 km von Orchies nach Boulogne-sur-Mer an der französischen Kanalküste. (578701DIASHOW: Die Etappenprofile)

Gegen eine erneute Sprintankunft sprechen dabei alleine vier Bergwertungen auf den letzten 16 Kilometern.

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel