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Andre Greipel verbesserte sich in der Sprintwertung der Tour de France auf Platz drei © getty

Andre Greipel sprintet auf der 4. Etappe der Tour France auf und davon. Showmann Sagan wird nur Fünfer. Cavendish stürzt.

Rouen - Jubelnd fiel Andre Greipel seinen Teamkollegen um den Hals und brüllte seine schiere Freude heraus.

Die Erleichterung beim gebürtigen Rostocker nach seinem Sieg im Sprint der 4. Etappe bei der Tour de France (täglich im LIVE-TICKER) war riesengroß.

Mit dem zweiten Tour-Etappenerfolg seiner Karriere hat der WM-Dritte sein erstes großes Saisonziel erreicht.

"Ich bin so glücklich. Die Jungs an meiner Seite haben klasse Arbeit geleistet. Es ist fantastisch, ein sehr emotionaler Sieg", sagte Greipel.

Teamkollege Sieberg begeistert

Dass sein größter Rivale Mark Cavendish zuvor von einem Sturz ausgebremst worden war und nicht in den Schlussspurt hatte eingreifen können, trübte Greipels Freude dabei nicht im Geringsten.

Nach 214,5 Kilometern von Abbeville nach Rouen gewann der 29-Jährige souverän mit fast einer Radlänge vor dem Italiener Alessandro Petacchi (Lampre-ISD) und Tom Veelers (Argos-Shimano) aus den Niederlanden.

Marcel Sieberg, der mit Lotto-Belisol den Sprint für Greipel abermals perfekt angezogen hatte, sagte freudestrahlend: "Das war super. Was wir vorhatten, hat perfekt geklappt."

Durch die gute Vorarbeit seiner Kollegen fuhr Greipel erst spät im Wind und wehrte mit einer Energieleistung alle Überholversuche der Gegner ab.

Gestürzter Cavendish bedient

Cavendish, der Greipel am Montag noch um Haaresbreite geschlagen hatte, war da schon längst aus dem Rennen.

Der Weltmeister stapfte restlos bedient mit demoliertem Helm und zerrissenem Regenbogentrikot am feiernden Greipel vorbei 580249(DIASHOW: Die Bilder der Tour).

"Stürze sind leider eine Sache, die bei uns zum Sport dazugehören. Das ist nicht schön, aber ich denke, heute gab es noch genug Konkurrenz, die es zu schlagen galt", sagte Greipel.

Rund drei Kilometer vor dem Ziel war Cavendish in einen Massencrash verwickelt und saß zunächst mit blutendem Ellenbogen auf der Straße.

Martin erneut am Ende des Feldes

Mit seinem Sieg polierte Greipel auch die bis dato bittere Bilanz der deutschen Radprofis auf, die vor allem durch Pannen, Stürze und Verletzungen von sich Reden gemacht hatten.

So erlebte Sorgenkind Tony Martin auf den Straßen Frankreichs einen weiteren ernüchternden Tag.

"Es war genauso wie gestern. Es ging vielleicht ein bisschen besser", sagte der Zeitfahr-Weltmeister, der mit einer neuen Schiene an der verletzten linken Hand fuhr: "Damit habe ich einen besseren Griff. Das ist eine Frage der Sicherheit."

Martin hielt sich erneut nur am Ende des Hauptfeldes auf und musste erst durch die Tempoverschärfung an der Spitze rund drei Kilometer vor dem Ziel abreißen lassen.

Kittel schleppt sich durch

Auch Sprinter Marcel Kittel, dem seit Montag ein Magen-Darm-Infekt arg zusetzt, schleppte sich weiter geschwächt durch den Tag und kam als einer der letzten ins Ziel.

Der Arnstädter schöpfte immerhin etwas Zuversicht.

"Es geht bergauf. Ich konnte heute essen und habe alles bei mir behalten", sagte der 24-Jährige.

Cancellara verteidigt Gelb

Keine Änderung gab es an der Spitze der Gesamtklassements, das weiter vom Schweizer Prologsieger Fabian Cancellara (RadioShack-Nissan) mit sieben Sekunden Vorsprung auf den Mitfavoriten Bradley Wiggins (Sky) angeführt wird (SERVICE: Das Ranking der Favoriten).

Vorjahressieger Cadel Evans (BMC Racing) liegt mit 17 Sekunden Rückstand auf Platz sieben.

Bester Deutscher ist als Zehnter Andreas Klöden (Mittweida) mit 19 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen Cancellara.

Ausreißer-Trio gestellt

Unmittelbar nach der Freigabe des Rennens hatte sich der Japaner Yukiya Arashiro (Europcar) vom Peloton abgesetzt und bekam kurze Zeit später Unterstützung durch die Franzosen David Moncoutie (Cofidis) und Anthony Delaplace (Saur-Sojasun).

Das Trio fuhr zwischenzeitlich einen Vorsprung von über acht Minuten heraus und wurde aber erwartungsgemäß noch rechtzeitig vom Feld gestellt.

Rund neun Kilometer vor dem Ziel war die Reise für die drei Flüchtlinge beendet.

Nächste Siegchance für Greipel?

Die nächste Siegchance dürfte sich Greipel schon am Donnerstag bieten.

Nach dem kurzen Zwischenstopp an der Kanalküste geht es für die Fahrer dann wieder geradewegs gen Osten. Die Strecke führt ohne große Umwege und nennenswerte Schwierigkeiten von Rouen in den Nordosten der Picardie nach Saint-Quentin (578701DIASHOW: Die Etappenprofile).

Der 196,5 Kilometer lange Kurs ist eine klassische Flachetappe, die über einen Kilometer lange, leicht gebogene und ansteigende Zielgerade bietet beste Voraussetzungen für einen Massenspurt.

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