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Bradley Wiggins (r.) gewann dieses Jahr das Criterium du Dauphine © getty

Sky hat auf der 7. Etappe einen Sahnetag. Froome sprintet am letzten Anstieg zum Sieg. Kapitän Wiggins streift sich Gelb über.

La Planche des Belles Filles - Die Topfavoriten haben beim ersten Berg-Showdown der Tour de France (täglich im LIVE-TICKER) ihre Karten auf den Tisch gelegt und eindrucksvoll Stärke demonstriert.

Herausforderer Bradley Wiggins erkämpfte sich mit Platz drei bei der Bergankunft in La Planche des Belles Filles auf 1035 m Höhe erstmals in seiner Karriere das Gelbe Trikot. 583323(DIASHOW: Die Bilder der zweiten Woche

Titelverteidiger Cadel Evans sitzt ihm als Tageszweiter im Gesamtklassement dicht im Nacken.

Mit dem Etappensieg bewies Wiggins' Teamkollege und britischer Landsmann Christopher Froome, dass sein Kapitän mit der bärenstarken Sky-Mannschaft den vielleicht entscheidenden Trumpf im Ärmel hat.

"Ein Kindheitstraum wird wahr"

"Es ist ein großer Tag für mich, ein Kindheitstraum wird wahr", sagte der dreifache Bahn-Olympiasieger Wiggins, der das Klassement nun mit zehn Sekunden Vorsprung auf den Australier Evans (BMC) und den Italiener Vincenzo Nibali (Liquigas/16 Sekunden zurück) anführt.

Einer der Verlierer des Tages nach 199 km war Routinier Andreas Klöden (RadioShack), der früh abreißen lassen musste und mit 2:19 Minuten Rückstand 19. wurde.

Klöden fiel aus den Top Ten der Gesamtwertung, liegt nur noch auf Platz 16. (SERVICE: Das Ranking der Favoriten)

Sky unwiderstehlich

Auf dem 5,9 km langen Schlussanstieg zur Skistation in den Vogesen bot Sky eine eindrucksvolle Vorstellung. Im Finale machten zunächst drei Helfer das Tempo, Froome hielt gar bis zum Schluss an der Spitze durch.

Evans war früh auf sich alleine gestellt, klebte lange an Wiggins' Hinterrad, attackierte auf dem letzten Kilometer - doch Sky hatte alles im Griff.

"Wir sind zum Schluss nicht an unsere Grenzen gegangen. Ich bin überrascht, dass die Lücke zu den anderen Favoriten so schnell so groß wurde", sagte Wiggins.

Evans erkannte an: "Sky hat seine Stärke gezeigt. Ich war isoliert - was will man da für längere Zeit ausrichten?"

Etappensieger Froome im Bergtrikot

Während der 32-Jährige am australischen Rivalen dran blieb, konnte Froome mit zwei Sekunden Vorsprung über Sieg und Bergtrikot jubeln.

"Der Plan war, das Rennen für Brad zu machen", sagte Froome, "aber dann habe ich gedacht, 'Hey, ich bin hier, die Beine sind gut - das könnte was werden'. Zudem ist Brad in Gelb, ich bin sprachlos."

Cancellara geschlagen

Der Schweizer Olympiasieger Fabian Cancellara hatte im Finale keine Chance und gab das "maillot jaune" ab.

Der RadioShack-Profi hatte das Jersey bereits am ersten Tag erobert und seitdem mit einem stetigen Vorsprung von sieben Sekunden auf Wiggins erfolgreich verteidigt.

Seit der 1. Etappe hatte kein einziges Trikot gewechselt. Nun erkämpfe der Este Rein Taaramae (Cofidis) das Weiße Trikot des besten Jungprofis, der slowakische Shootingstar Peter Sagan (Liquigas) bleibt in Grün.

Ausreißer um Sanchez

Frühzeitig nach dem Start in Tomblaine war eine schlagkräftige siebenköpfige Spitzengruppe davon gezogen, darunter der viermalige Tour-Etappensieger Luis Leon Sanchez, die lange Zeit rund fünf Minuten vor dem Hauptfeld fuhr.

Sanchez war noch auf der 1. Etappe schwer gestürzt und hatte sich seither am Ende des Pelotons durch die Tour gekämpft. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Tour)

Mit Beginn der letzten Bergwertung war es aber um die Ausreißer geschehen.

Greipel sprintet trotz Verletzung mit

Die angeschlagenen deutschen Spitzenfahrer Tony Martin (QuickStep) und Andre Greipel (Lotto) überstanden die bislang schwerste Tour-Etappe ohne Zwischenfälle.

Zeitfahr-Weltmeister Martin (Kahnbeinbruch) hielt sich wie gewohnt im hinteren Teil des Pelotons auf.

Greipel, der nach zwei Stürzen am Freitag von den Ärzten grünes Licht für den Start bekommen hatte, griff erstmals sogar in den Zwischenspurt mit ein und sicherte sich fünf Punkte für das Sprintklassement.

Dort liegt Greipel, der sich die linke Schulter ausgekugelt hatte, mit 172 Zählern hinter Sagan (217) und Matt Goss (GreenEdge/185) auf Rang drei.

Hesjedal und Freire geben auf

Die Massenstürze auf der Freitags-Etappe nach Metz hatten das Feld deutlich dezimiert. 580249(DIASHOW: Die Bilder der ersten Woche

13 Fahrer mussten als Folge das Rennen aufgeben, darunter Prominenz wie Giro-Sieger Ryder Hesjedal (Kanada/Garmin) und der dreimalige Weltmeister Oscar Freire (Spanien/Katjuscha). Insgesamt sind 17 Fahrer nicht mehr dabei.

Derart viele Ausfälle nach sieben Etappen gab es zuletzt bei Tour 1998, als die gleiche Anzahl an Fahrern aus dem Rennen war - dabei hatte allerdings Festina im Zuge des Dopingskandals komplett zurückgezogen.

Sieben Berge stehen an

Am Sonntag geht es bei der Tour erneut sehr bergig zur Sache. Auf den 157,5 km zwischen Belfort und Porrentruy in der Schweiz stehen sieben Anstiege an. (578701DIASHOW: Die Etappenprofile)

Der letzte ist der schwerste (1. Kategorie) und liegt 16 km vor dem Ziel.

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