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Thomas Voeckler gewann in Bellegarde seine dritte Etappe bei der Tour © getty

Auf der 10. Etappe über den steilen Colombier holt Oldie Voigt spät das Flucht-Quartett ein, doch Frankreichs Volksheld siegt.

Bellegarde-sur-Valserine - Jens Voigt rackerte wie ein 20-Jähriger, fuhr um sein Leben, doch am Ende reichte die Kraft nicht mehr ganz für den großen Coup.

Der Routinier hat auf der 10. Etappe der Tour de France (täglich im LIVE-TICKER) nach einer fulminanten Aufholjagd einen ganz starken dritten Platz belegt.

Nach 194,5 km von Macon nach Bellegarde-sur-Valserine kam es zum Sprint einer Ausreißergruppe. 583323(DIASHOW: Die Bilder der zweiten Woche

Dort musste sich der 40 Jahre alte RadioShack-Profi nur dem französischen Volkshelden Thomas Voeckler (Europcar) und Michele Scarponi aus Italien (Lampre-ISD) geschlagen geben.

Voigt "absolut glücklich"

"Ich bin absolut glücklich mit Platz drei. Wieder einmal habe ich gezeigt, dass man mich nie abschreiben sollte", sagte Voigt, der sich mit einer Energieleistung auf den letzten Kilometern an ein Spitzenquartett herangekämpft hatte.

"Ganz tief in mir drin war mir eigentlich schon klar, dass ich zu kaputt bin. Aber ich habe trotzdem alles probiert", sagte der gebürtige Grevesmühlener, der seinen ersten Tour-Etappensieg seit sechs Jahren verpasste.

Top-Duo lauert, Nibali attackiert

Die Top-Favoriten um den Briten Bradley Wiggins (Sky) und Titelverteidiger Cadel Evans (Australien/BMC Racing) hielten sich dagegen weitestgehend zurück und sparten ihre Kräfte für die schwere Alpenetappe am Donnerstag. (PERSONALIE: "Beschissene W..." - Wiggins watscht Doping-Kritiker ab)

Einzig der Viertplatzierte des Gesamtklassements, Vincenzo Nibali aus Italien (Liquigas-Cannondale), attackierte auf der Abfahrt vom Col du Grand Colombier, wurde jedoch wieder eingeholt.

"Ich bin nicht in Panik verfallen, als er attackiert hat. Er ist über zwei Minuten hinter mir", sagte Wiggins, der weiter das Gelbe Trikot trägt. Evans liegt mit 1:53 Minuten Rückstand auf Rang zwei.

"Tunnel aus Schmerzen"

Am Colombier, dem ersten Berg der Ehrenkategorie bei der Tour 2012, war Voigt als Teil einer größeren Ausreißergruppe zunächst von Voeckler, Scarponi sowie Luis Leon Sanchez (Spanien/Rabobank) und Dries Devenyns (Belgien/QuickStep) abgehängt worden.

"Der Anstieg war mörderisch, es war nur noch ein Tunnel aus Schmerzen", erklärte Voigt. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Tour)

Erholung zur rechten Zeit

Das Quartett fuhr einen Vorsprung hinaus und schien den Sieg unter sich auszumachen - bis sich Voigt nach dem letzten Berg wie zu seinen besten Zeiten herankämpfte.

"Der Anstieg war nicht so schwer, da konnte ich mich zum Glück ein wenig erholen", sagte Voigt.

Lob für Voeckler

Im Finale hatte zunächst Devenyns attackiert, Voigt versuchte dran zu bleiben, gegen Voecklers Antritt vor seinen begeisterten Landsleuten war der "alte Hund" aber machtlos.

"Wir waren alle tot. Es gab nur noch einige Zeitlupen-Attacken", berichtete Voigt.

Er fügte an: "Voeckler war heute sehr, sehr stark. Er hat am meisten gearbeitet und daher verdient gewonnen." (SERVICE: Das Ranking der Favoriten)

Zwei Riesen warten

Am Donnerstag kommt es wohl zum nächsten Schlagabtausch der Favoriten. (578701DIASHOW: Die Etappenprofile)

Über 148 km führt die Strecke von Albertville ins Skigebiet nach La Toussuire-Les Sybelles und stellt dem Peloton vier Bergwertungen, darunter zwei der Ehrenkategorie, in den Weg.

Sprintern und weniger bergfesten Fahrer dürften dagegen allein der Blick auf das Profil und die Karenzzeit den Angstschweiß auf die Stirn treiben.

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