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Mark Cavendish (2.v.l.) gewann zum vierten Mal in Folge die Schluss-Etappe in Paris © getty

Der Brite hat bei der Schluss-Etappe in Paris erneut die Nase vorn. Von vorne weg fährt er im Massenspurt allen davon.

Paris - In seiner unnachahmlichen Art hat Mark Cavendish bei der 99. Tour de France bereits zum vierten Mal in Folge die Schluss-Etappe gewonnen.

"Ich bin mehr als nur glücklich", sagte der strahlende Tagessieger:

"Die Champs-Elysees ist die schönste Straße der Welt, und ich habe schon wieder hier gewonnen."

In der ewigen Siegerliste liegt der 27-jährige Cavendish mit 23 Siegen nun bereits auf Rang vier. Spitzenreiter ist der Belgier Eddy Merckx mit 34 Etappenerfolgen.

Wiggins schreibt Geschichte

Die Führung in der Gesamtwertung brachte währenddessen Bradley Wiggins souverän ins Ziel und freute sich über eine "großartige" Teamleistung. "Als Mannschaft so einen Abschluss hinzulegen, Mark zu seinem erneuten Sieg zu verhelfen, das ist einfach unglaublich", sagte der Triumphator.

Als die Tour für Wiggins nach den 120 schönsten Kilometern seiner Karriere ihren krönenden Abschluss fand, rang selbst der sonst so coole Brite um Fassung.

Als erster Radprofi seines Landes betrat der 32-Jährige am Sonntag im Gelben Trikot das Siegerpodest auf den Champs-Elysees in Paris, nachdem die Schlussetappe zuvor zu einer großen Triumphfahrt geworden war.

Wiggins lässt sich feiern

Auf der "Tour d'Honneur" ließ der strahlende Sieger drei Wochen Strapazen, drei Wochen Druck, drei Wochen Kampf um die Gesamtführung genüsslich ausklingen.

Wiggins posierte für Fotos, Vorjahressieger Cadel Evans klopfte ihm anerkennend auf die Schulter - und auch das traditionelle Glas Sekt ließ er sich nicht nehmen.

Zahlreiche britische Fans säumten im Herzen von Paris den weltberühmten Prachtboulevard, der Union Jack dominierte das Bild an der Strecke. (586553(DIASHOW: Die Bilder der dritten Woche)

Vollendung eines kalkulierten Plans

Es war der verdiente Lohn für die Vollendung eines penibel kalkulierten Plans, der nur einen Sieger zuließ: Bradley Wiggins.

Die vielen Zeitfahrkilometer spielten ihm in die Karten, und er wusste erstklassig mit diesem Trumpf umzugehen. (DATENCENTER: Die Ergebnisse der Tour)

So auch am Samstag, als er auf den 53,5 km nach Chartres seinen größten Karriere-Erfolg praktisch perfekt machte.

1:16 Minuten nahm er seinem Teamkollegen und zweitplatzierten Landsmann Christopher Froome ab und baute seinen Vorsprung auf diesen in der Gesamtwertung auf 3:21 Minuten aus.

Emotionen kommen hoch

"Was ich gemacht habe, ist das, was ich am besten kann: gegen die Uhr zu fahren. Das war ein ausgezeichneter Kurs und ich wollte meine Arbeit hier würdig abschließen", sagte Wiggins am Samstag:

"Auf den letzten zehn Kilometern kamen viele Emotionen hoch, alles wirbelte in meinem Kopf durcheinander: die Enttäuschung im letzten Jahr, Cadel im letzten Jahr in der gleichen Position zu sehen. Ich habe mir immer vorgestellt, was man wohl empfinden mag, und jetzt weiß ich es."

Froome neben Wiggins

Neben Wiggins, der sich das "maillot jaune" auf der 7. Etappe nach La Planche des Belles Filles gesichert hatte und es nicht mehr her gab, stand Froome auf dem Podium.

Der Mann, der Wiggins half, dessen Schwäche in den Bergen zu kompensieren, der die Konkurrenz sowohl in den Alpen und in den Pyrenäen stehen ließ - und der im kommenden Jahr möglicherweise in Wiggins' Rolle schlüpft.

"Chris könnte um den Sieg fahren und ich ihn unterstützen. Wer weiß", sagte Wiggins. (SERVICE: Das Ranking der Favoriten)

Jubiläum im nächsten Jahr

Er wird sich 2013 wohl für die Dienste seines Edelhelfers revanchieren.

Denn vermutlich stehen beim Tour-Jubiläum nicht nur zahlreiche Berg-Klassiker auf dem Programm, auch Kletter-Spezialisten wie der Luxemburger Andy Schleck oder Spanier Alberto Contador werden wieder am Start stehen.

Die 100. Ausgabe der Tour de France startet im kommenden Jahr am 29. Juni auf der Mittelmeerinsel Korsika, auf der gleich drei Etappen geplant sind.

Im Gegensatz zur Tour 2012 beginnt das Rennen dabei nicht mit einem Prolog, sondern mit einer 200 km langen Flachetappe von Porto-Vecchio nach Bastia.

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