vergrößernverkleinern
Kommt eine neue Doping-Welle auf den Profi-Radsport zu? © getty

Der Verband schwächt Berichte über eine neue Doping-Welle ab. Armstrong spricht über den deutschen Radsport.

Aigle - Der Radsport-Weltverband hat Meldungen über die Anzahl der Dopingverdächtigen durch den neuen Blutpass dementiert.

"Die Äußerungen entsprechen nicht der derzeitigen Situation und den Untersuchungen der UCI-Experten", teilte der Verband mit. Der Australier Robin Parisotto, einer dieser Experten, hatte in der "ARD-Sportschau" behauptet, dass mehr als 30 Fahrer aufgrund des Blutpasses verdächtig seien (30 verdächtige Proben).

Die UCI nannte in ihrer Mitteilung keine Zahl, sprach aber von einer "limitierten Anzahl an Fahrern" ("Eine neue Stufe der Volksverdummung).

Über 8000 Proben

Neun unabhängige Experten analysieren die für den Biologischen Pass genommenen Blutproben. Im vergangenen Jahr wurden von 804 Fahrern 8300 Proben genommen.

Die UCI bestätigte, dass ein Teil der Blutprofile aufgrund abnormaler Werte genauer untersucht werde. Diese Werte könnten aber auch andere Gründe als Doping haben.

Präsident Pat McQuaid hatte bereits Ende November angekündigt, dass es durch den Blutpass zu einigen positiven Fällen kommen werde.

Der Ire hatte allerdings ebenfalls weder Namen genannt noch wollte er sich auf eine konkrete Zahl festlegen. Derzeit prüfen die Rechtsexperten letzte Fragen, bevor die UCI mit Details an die Öffentlichkeit geht.

Unterdessen hat sich Rückkehrer Lance Armstrong in mehreren Interviews zur Situation des deutschen Radsports geäußert, die er angeblich mit Sorge betrachtet.

"Ich hoffe, die Einstellung in Deutschland ist nicht feindlich. Aber was dort mit dem Radsport geschieht, ist schon ein Drama", sagte der siebenmalige Tour-Sieger.

Dabei kann der 37 Jahre alte Astana-Profi die Reaktionen auf die Dopingskandale der vergangenen drei Jahre nachvollziehen. "Ich habe zum Teil Verständnis dafür. Die Leute hatten sich für den Sport engagiert. Mit Investitionen und Emotionen", sagte der Texaner: "Diese Leute fühlen sich verraten."

Armstrong habe nach dem Ausstieg von ARD und ZDF aus der breitflächigen Live-Übertragung von der Tour de France sogar mit dem früheren WDR-Intendanten Fritz Pleitgen gesprochen. "Ich habe ihm gesagt: Sorry, ich werde die Tour fahren. Und ich tue das für einen großen Zweck, die Krebs-Kampagne", sagte der US-Profi.

Seine Rückkehr nach Frankreich sieht Armstrong nicht mehr so kritisch wie noch vor einigen Monaten, als er Übergriffe auf seine Person befürchtete. Es habe sich einiges geändert, ASO-Chef Patrice Clerc musste gehen: "Er glaubte, allein die Tour sei der Star, nicht die Athleten. So läuft das im Sport nicht."

Für die Qualen der "Grande Boucle" sieht sich Armstrong bereits auf einem guten Weg (Armstrong attackiert nur für die Kamera). Bei seinem Comeback bei der Tour Down Under habe er die Bestätigung bekommen, noch Rennen auf hohem Niveau fahren zu können (DATENCENTER: Ergebnisse Down Under). Es habe zwar Momente des Leidens gegeben, doch dann habe er sich gesagt: "Lance, es ist Januar und nicht Mai oder Juli."

Diskutieren Sie in der Community!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel