Das Urteil gegen Armstrong war die einzig richtige Entscheidung. Dennoch kommt es viel zu spät und hilft nicht großartig weiter.

Nun hat es auch der Radsport-Weltverband eingesehen. Einer der erfolgreichsten Radfahrer aller Zeiten ist ein Betrüger.

Am Montag erkannte die UCI Lance Armstrong alle sieben Tour-Titel ab (Bericht: Armstrong verliert alle Titel).

Nach den umfassenden Enthüllungen der US-Dopingjäger war es die einzig mögliche Entscheidung, die der Weltverband am Montag traf.

Präsident McQuaid garnierte die Entscheidung gegen Armstrong mit Aussagen aus der Holzhammer-Schublade.

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"Er muss vergessen werden" sagte er über den Texaner. Und beim Studieren der USADA-Akten sei ihm "schlecht geworden".

Eine etwas weniger plakative Rhetorik wäre McQuaid besser zu Gesicht gestanden.

Denn die UCI hat zum Aufdecken der großen Doping-Maschinerie des Tourminators wenig bis gar nichts beigetragen.

Ganz im Gegenteil: unter McQuaids Vorgänger Verbruggen konnte Armstrong unter dem Deckmantel des Weltverbandes betrügen.

Mal ging eine positive Dopingprobe plötzlich verloren, ein anderes Mal wurde der Amerikaner rechtzeitig vor den Kontrolleuren gewarnt.

Mit dem heutigen Urteil gegen Armstrong versucht die UCI im Kampf für ein positives Image des Radports zu retten, was zu retten ist.

Aber genau genommen ist das nicht viel. Das harte Vorgehen gegen den siebenfachen Toursieger kommt viel zu spät.

Armstrong ist längst zurückgetreten und war durch die USADA bereits von seinem Helden-Sockel gestürzt worden.

Und nur durch die Streichung des Namens Lance Armstrong aus den Siegerlisten ist der Radsport noch längst nicht vom Doping-Problem gesäubert.

Das Urteil der UCI macht also weder Freude noch Hoffnung für die Zukunft.

Und durch die Aussagen McQuaids hat es auch noch einen bitteren Beigeschmack bekommen.

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