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Winokurow gewann 2006 für das Astana-Team die Spanien-Rundfahrt © getty

Der Kasache soll Kolobnew für den Sieg bei Lüttich-Bastogne-Lüttich Geld geboten haben und bekommt Ärger mit dem Gesetz.

Rom - Die Staatsanwaltschaft der norditalienischen Stadt Padua hat Olympiasieger Alexander Winokurow und dessen Rennstall Astana ins Visier genommen.

Die Ermittler verdächtigen den Sieger des Straßenradrennens von London des Sportbetrugs.

Der 39-jährige Kasache soll das Rennen Lüttich-Bastogne-Lüttich im Jahr 2010 durch Bestechung gewonnen haben.

Dies berichtete die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera".

Unterlagen belegen Zahlung von 150.000 Euro

Den Staatsanwälten liegen offenbar Unterlagen vor, die beweisen, dass der frühere Dopingsünder seinem letzten Begleiter Alexander Kolobnew 150.000 Euro versprochen und später auch überwiesen hat.

Dafür hatte dieser offenbar Winokurow den Sieg überlassen. Damit bestätigen die italienischen Ermittler einen Bericht des Schweizer Magazins "L'Illustre" aus dem Dezember des Vorjahres.

Spur führt zu Arzt Ferrari

Angeblich ist ein Schweizer Bankkonto unter Kolobnews Namen entdeckt worden. Auf dieses soll das Geld überwiesen worden sein.

Das Konto wurde bei einem Angestellten der Schweizer Bank BSI eröffnet, gegen den die Staatsanwälte in Padua wegen Geldwäsche zugunsten mehrerer Athleten mit Kontakt zum umstrittenen italienischen Dopingarzt Michele Ferrari ermitteln.

Gegen Winokurow gebe es "unbestreitbare Beweise", verlautete es aus Padua.

Auch Astana im Fokus der Staatsanwälte

Die italienischen Staatsanwälte weiteten die Ermittlungen gegen Astana aus.

Die Ermittler verdächtigen das kasachische Team, ab 2006 den höchstumstrittenen Sportmediziner Michele Ferrari aktiv beim Training seiner Profis eingebunden zu haben (126156DIASHOW: Spektakulärste Dopingfälle).

Dieser soll unter anderem beim Training auf den Kanaren und in St. Moritz Radprofis wie Roman Kreuziger, Enrico Gasparotto und Andrij Kaschetschkin aktiv betreut haben.

Bertagnolli als Schlüsselzeuge

Die Vorwürfe der Ermittler basieren auf den Aussagen von Schlüsselzeugen wie Radprofi Leonardo Bertagnolli, der Kontakte zu Ferrari gestanden und seine Karriere beendet hat, sowie Wladimir Bileka, berichtete "Gazzetta dello Sport".

Ferrari soll die Radprofis von Astana, RadioShack und vieler anderer Teams betreut haben und de facto für sie als Teamarzt agiert haben.

Ferraris Sohn Stefano sei für Tests, klinischen Untersuchungen und Training zuständig gewesen.

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