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Das seit 2002 ausgetragene Rennen wird hauptsächlich in und um Doha ausgetragen © imago

Schock in der Radsportszene! Ein belgischer Radrennfahrer wird vor der fünften Etappe der Katar-Rundfahrt tot aufgefunden.

Doha - Ein mysteriöser Todesfall und ein Selbstmord haben den internationalen Radsport erschüttert und für tiefe Bestürzung gesorgt.

Der belgische Radprofi Frederiek Nolf wurde am Donnerstag vor der 5. Etappe der Katar-Rundfahrt tot in seinem Hotelzimmer gefunden.

Kurz darauf ereilte die Zweirad-Branche die traurige Nachricht vom Tod des Franzosen Christophe Dupouey. Der frühere Mountainbike-Weltmeister beging bereits am Mittwoch in seiner Heimatstadt Tarbes Selbstmord.

Radeln mit Merckx

Nolfs Zimmerkollege Kristof Goddaert, der den Toten entdeckte, war geschockt. "Ich habe sein Bein geschüttelt und ihm gesagt, dass er aufstehen soll", schilderte der Belgier: "Aber ich habe schnell gemerkt, dass etwas nicht stimmt."

Nolf, der am 10. Februar 22 Jahre alt geworden wäre, fuhr in der zweiten Saison für das belgische Continental-Team "Topsport Vlaanderen" und absolvierte in Katar sein erstes Saisonrennen.

"Ich bin mit dem Jungen in dieser Woche noch gefahren, er hat gelacht und war glücklich", sagte Radsport-Idol Eddie Merckx, der zu den Organisatoren der Rundfahrt gehört. Das Teilstück am Donnerstag wurde aus Respekt vor dem Verstorbenen neutralisiert, vor dem Start gab es eine Schweigeminute. Nolfs Team kündigte den Rückzug aus dem Rennen an.

Obduktion in Belgien

Rätselraten herrscht über die Todesursache.

Die Leiche soll schnellstmöglich nach Belgien überstellt werden, wo eine Obduktion Klarheit bringen soll. Laut Nolfs sportlichem Leiter Jean-Pierre Heynderickx gab es keinerlei Hinweise auf einen schlechten Gesundheitszustand des Radrennfahrers.

"Er war mit uns noch am Mittwochabend essen und ist dann gegen 22.00 Uhr auf sein Zimmer gegangen. Er hat noch Witze gemacht und gelacht", sagte Heynderickx unter Tränen und verwies zudem auf die medizinische Betreuung: "Unsere Fahrer werden viermal im Jahr an der Universität Löwen untersucht. Alle Werte waren bei Frederiek zuletzt normal."

Depressiver Dupouey

2003 war vor der Deutschland-Tour ebenfalls ein Radsportler in seinem Hotelzimmer gestorben. Der Franzose Fabrice Salanson war in Dresden einem plötzlichen Herztod erlegen.

Der unter Depressionen leidende Mountainbiker Dupouey gewann 1998 den WM-Titel im kanadischen Mont Saint-Anne und hatte bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta den vierten Platz belegt. Der 40-Jährige war 2006 in Zusammenhang mit einem Dopingskandal zu insgesamt drei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.

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