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Die Dopingwelle scheint auch den Amateursport erfasst zu haben © getty

Der 29-jährige Amateur-Radfahrer Philip Schulz berichtet über Dopingpraktiken im Amateursport und belastet den BDR schwer.

Von Jennifer Fischer

München - Dem Radsport steht möglicherweise ein neuer Dopingskandal bevor.

Der Amateur-Radfahrer und Dopingsünder Philip Schulz belastet den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) schwer.

Der 29-Jährige sitzt momentan selbst eine Dopingstrafe ab ? er war bei den Landesmeisterschaften Rheinland-Pfalz im Mai 2008 positiv auf das Anabolikum Boldenon getestet worden und für zwei Jahre gesperrt worden.

Bekenntnis eines Amateurs

Nun berichtete Schulz offen über Dopingpraktiken im Amateurbereich, von "Kühlschränken voller Medikamente" und erhebt auch Vorwürfe gegen den BDR.

In der "ARD-Sportschau" behauptete Schulz, dass 2007 ein auf das Hormon hCG positiv getesteter Fahrer von einem Mitarbeiter der BDR-Geschäftstelle aufgefordert worden sei, sich einen Befund über Hodenkrebs zu besorgen.

Bei diesem Befund wäre der Grund für die erhöhten Testosteronwerte krankheitsbedingt gewesen. ("Eine neue Stufe der Volksverdummung")

Schulz will Kronzeugenregelung

Der BDR weist diese Vorwürfe vehement zurück. Leistungssport-Direktor Burckhard Bremer sagt laut "dpa": "Es wurde lediglich durch ein gemäß WADA-Code auf Vorschlag vom IOC akkreditiertes Labor die Empfehlung ausgesprochen, weitere Untersuchungen zu veranlassen."

Ebenfalls weist er darauf hin, dass sofort die Nationale-Anti-Doping-Agentur (NADA) informiert worden sei. (DATENCENTER: Radsport-Ergebnisse

Schulz hält dennoch an seinen Vorwürfen fest. Er will sich im Rahmen einer ausführlichen Aussage zur Doping-Praxis im Amateurbereich äußern und hofft auf eine mögliche Strafmilderung durch die Kronzeugenregelung, wie sie zuvor seine Profi-Kollegen Jörg Jaksche und Patrik Sinkewitz erfahren hatten.

Es ist das erste Bekenntnis eines Freizeitsportlers über Doping im Amateur-Radsport.

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