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Rudolf Scharping ist seit 2005 Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer © imago

Der Bund Deutscher Radfahrer weist die Vertuschungsvorwürfe vehement zurück und prüft rechtliche Schritte gegen Amatuerfahrer Schulz.

Hamburg - Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) hat die Vertuschungs-Vorwürfe des wegen Dopings gesperrten Amateurfahrers Philip Schulz gegen einen BDR-Mitarbeiter zurückgewiesen und rechtliche Schritte angedroht.

Die Beschuldigungen, ein Geschäftsstellen-Mitarbeiter hätte einem positiv getesteten Radsportler empfohlen, sich ein Attest auf Hodenkrebs zu besorgen, um so einer Dopingstrafe zu entgehen, seien falsch, hieß es in einer BDR-Mitteilung.

Ein rechtliches Vorgehen gegen Schulz werde geprüft.

Schulz belastet BDR

Schulz, der nach einer positiven Probe auf das Anabole Steroid Boldenon Ende 2008 eine zweijährige Sperre absitzt, hatte in der ARD-Sportschau über Dopingpraktiken im Amateurbereich berichtet. (Amateur-Radfahrer belastet BDR)

Dabei hatte er von einem Fall erzählt, bei dem ein 2007 positiv auf das Hormon HCG getesteter Radsportler von einem Mitarbeiter der BDR-Geschäftsstelle aufgefordert worden sei, sich einen Befund über Hodenkrebs - bei dem das Hormon gebildet werden kann - zu besorgen.

Diese Details habe er auch im Rahmen einer Strafanzeige beim Bundeskriminalamt dargelegt.

Gutachten von Facharzt

Der BDR erklärte, man habe einem Fahrer lediglich die Empfehlung ausgesprochen, weitere Untersuchungen zu veranlassen, um eine Tumorerkrankung auszuschließen. Dies habe der Fahrer getan.

"Am 1. Oktober 2008 wurde bei der Geschäftsstelle durch den betroffenen Athleten ein ärztliches Gutachten eingereicht, das von einem renommierten Facharzt verfasst war", hieß es seitens des BDR. (Werner Franke im Sport1.de-Interview)

Schulz wird vorgeladen

Alle Maßnahmen seien konform mit den geltenden Anti-Doping-Bestimmungen, hieß es in der Erklärung:

"Das Hormon HCG regt im Körper die Testosteronbildung an. Ein erhöhter Wert kann ein Indiz für Dopingmissbrauch sein, ist aber auch ein Indikator für eine mögliche tumorartige Hodenerkrankung. Der BDR hält sich an alle nationalen und internationalen Anti-Dopingrichtlinien. Nach diesen Bestimmungen wurden der betreffende Sportler und die Nationale Anti-Doping-Agentur informiert." (DATENCENTER: Radsport-Ergebnisse

Schulz, der bis November 2010 gesperrt ist, bietet dem BDR ein umfangreiches Geständnis an und hofft mittels der Kronzeugenregelung auf eine mildere Strafe. Dies wird vom BDR begrüßt.

Man wolle nun versuchen, die polizeilichen und staatsanwaltschaftlichen Informationen zu diesem Fall zu erhalten und Schulz zu einer Anhörung einladen.

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