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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Tony Martin holte bei der Straßen-WM 2012 in Valkenburg Gold im Zeitfahren © getty

Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin geht mit großem Selbstvertrauen in den Klassiker Tirreno-Adriatico. Die Konkurrenz ist namhaft.

San Vincenzo/München - Tony Martin ist gelöst und entspannt. Er ruht in sich.

Der Beginn der Saison mit dem Gesamtsieg bei der Algarve-Radrundfahrt, Harmonie in der Mannschaft, die persönliche Verfassung - alles passt im Moment.

"Die Form ist gut, der Kopf ist fit. Es geht mir sehr gut", sagte der Zeitfahr-Weltmeister vor der 48. Fernfahrt Tirreno-Adriatico (6. bis 12. März).

Beinahe logisch, dass beim Rennen zwischen den Meeren mit dem 27-Jährigen zu rechnen ist.

Martin ist zurzeit so selbstsicher, dass ihn auch die große Konkurrenz nicht schreckt.

Formcheck der Konkurrenz

Das Gros der besten Klassement-Fahrer wird in Italien am Start stehen.

Der Brite Chris Froome (Sky), die Spanier Alberto Contador (Saxo) und Joaquin Rodriguez (Katjuscha) sowie der Italiener Vincenzo Nibali (Astana) und der Australier Cadel Evans (BMC) werden eine Kostprobe ihrer Form abgeben.

"Die ganz Großen wollen schon mal antesten", sagt Martin. Und er möchte ein Wörtchen mitreden.

Nur Olympiasieger und Tour-de-France-Gewinner Bradley Wiggins fehlt. Der Brite arbeitet auf Teneriffa an seiner Form.

Vorbereitung nach Plan

Martin hatte einen Auftakt nach Maß in diesem Jahr, kein Vergleich zu 2012, als ihn im Winter schon Knieschmerzen behindert hatten und er bis zu Olympia in London vom Pech verfolgt war.

"Ich hatte noch nicht mal eine Erkältung. Es ist, glaube ich, das erste Mal, dass alles so reibungslos läuft", sagt Martin, der zudem vom wieder gewachsenen Einfluss Rolf Aldags profitiert, der bei Quick Step als Manager nun auch offiziell eine Funktion bekleidet und Martin ohnehin seit langer Zeit eng zur Seite steht.

Zeitfahren als Zünglein an der Waage?

Tirreno-Adriatico hat der gebürtige Cottbuser dieses Jahr aufgrund der Zeitfahrkilometer den Vorzug gegenüber Paris-Nizza gegeben.

Zum Auftakt steht auch gleich ein Teamzeitfahren über knapp 17 Kilometer an, das Martin mit seiner belgischen Equipe gewinnen will.

Am letzten Tag folgt dann ein flaches Einzelzeitfahren, das womöglich über den Gesamtsieg entscheiden wird.

Martin liebäugelt mit Gesamtsieg

Dazwischen stehen aber einige Berge im Weg, insbesondere am vierten Tag die Ankunft in Prati di Tivo in den Abruzzen.

Martin glaubt, bei einer einwöchigen Rundfahrt einigermaßen mit den besten Kletterern Schritt halten zu können und sich die Chance auf den Gesamtsieg damit offenzuhalten.

"Ich gehe ganz unbelastet rein", sagt er, "aber wenn ich in der Gesamtwertung etwas bewegen will, muss ich im Zeitfahren etwas gutmachen."

Gradmesser für deutsches Duo

Nicht nur für Martin ist das Traditionsrennen vom Tyrrhenischen Meer zur Adria ein wichtiger Gradmesser.

Im Hinblick auf den Klassiker Mailand - San Remo am 17. März werden der Rostocker Andre Greipel (Lotto) und John Degenkolb aus Gera (Argos) klare Indizien im Hinblick auf ihre Form und die ihrer härtesten Widersacher erhalten.

Gigantenduell im Sprint

Nahezu alle Favoriten der Primavera haben den Weg über Tirreno-Adriatico gewählt.

Erstmals wird es in dieser Saison auch ein direktes Duell zwischen Greipel und dem britischen Sprinterkönig Mark Cavendish (Quick Step) geben, der sich im Endkampf wohl auch auf die Unterstützung von Tony Martin verlassen darf, "je nachdem wie groß das Risiko ist".

Denn wichtiger ist Martin dann doch das eigene Resultat.

Der Etappenplan zu Tirreno-Adriatico

1. Etappe, 6. März: San Vincenzo - Donoratico (Teamzeitfahren/16, 9 km)

2. Etappe, 7. März: San Vincenzo - Indicatore (232,0 km)

3. Etappe, 8. März: Indicatore - Narni Scalo (190,0 km)

4. Etappe, 9. März: Narni - Prati di Tivo (173,0 km)

5. Etappe, 10. März: Ortona - Chieti (230,0 km)

6. Etappe, 11. März: Porto Sant'Elpidio - Porto Sant'Elpidio (209,0 km)

7. Etappe, 12. März: San Benedetto del Tronto (Einzelzeitfahren/9,2 km)

Gesamtdistanz 1060,1 km

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