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Lance Armstrong wird in der Saison 2009 für das Team Astana an der Start gehen © getty

Lance Armstrong gibt in Kalifornien sein Comeback. Die Rückkehr von Landis nach seiner Dopingstrafe gerät dabei zur Nebensache.

Sacramento - Selbst "Terminator" Arnold Schwarzenegger ließ sich das spektakuläre US-Comeback des "Tour-Minators" Lance Armstrong nicht entgehen.

Der Gouverneur Kaliforniens staunte nicht schlecht, als er die Begeisterung hautnah miterlebte.

100.000 Zuschauer waren gekommen, um den siebenmaligen Tour-de-France-Sieger Armstrong beim Prolog rund ums Capitol der Landeshauptstadt Sacramento zu sehen - und feierten den 37-jährigen Texaner frenetisch.

Drei Wochen nach der Rad-Rückkehr in Australien (DATENCENTER: Ergebnisse Down Under) war Armstrong vom Enthusiasmus seiner Landsleute bei der Kalifornien-Rundfahrt beeindruckt: "Ich war in Australien schon überrascht, aber das hier überrascht mich noch mehr. Ich bin froh, hier zu sein und dankbar für die Unterstützung."

Ein paar Stunden später gab es für ihn allerdings eine böse Überraschung.

Platz zehn beim Einzelzeitfahren

Letztmals hatte Armstrong vor vier Jahren bei der Georgia-Tour ein wenig beachtetes Etappenrennen in den USA bestritten, nun elektrisiert er in Kalifornien die Massen.

"Die Begeisterung der Menschen ist unglaublich, aber ich bin noch mehr begeistert", sagte Armstrong, der auch mit seiner Leistung zufrieden war.

Das 3,9-km-Einzelzeitfahren auf dem schnellen Flachkurs in Santa Rosa beendete er auf dem zehnten Platz mit 4,3 Sekunden Rückstand auf den Schweizer Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara, der wie im Vorjahr den Prolog gewann. "Ich wollte einen Platz unter den besten 10 oder 15. Das hat geklappt. Ich fühle mich richtig gut", sagte Armstrong.

"Platzierung ist eine Sensation"

Dabei hatte sich der einstige Straßenweltmeister gar nicht speziell auf den Kampf gegen die Uhr vorbereitet.

"Meine Platzierung ist eine Sensation, weil ich dafür nicht trainiert habe. Wir haben die Sitzposition am Rad verändert, so konnte ich die Neuerung heute erstmals testen", sagte Armstrong, der als 130. Fahrer im 136-köpfigen Teilnehmerfeld von der Rampe gefahren war.

Alles dreht sich um Armstrong

Dass der Ex-Weltmeister auch von den Zuschauern beflügelt wurde, glaubt sein Teamkollege Levi Leipheimer. "Er ist richtig begeistert. Er fühlt sich wie ein Neuprofi, achtet auf jedes Detail", sagte der Astana-Kapitän, der den Armstrong-Effekt als "positiven Faktor für den Radsport" bewertet.

Leipheimer war beim Prolog 1,2 Sekunden hinter Cancellara Zweiter geworden.

Diebstahl bei Astana

Nur wenige Stunden nach seinem umjubelten US-Combeback gab es für Armstrong ein böses Erwachen.

Unbekannte brachen den Material-Truck des Astana-Rennstalls auf und stahlen die Zeitfahr-Maschine des siebenmaligen Tour-Siegers sowie die Räder von drei Team-Kollegen. Das teilte Armstrong auf seiner Internetseite mit.

Das Rad ist eine weltweit einzigartige Sonderanfertigung, Armstrong versprach einen Finderlohn. Armstrongs normales Rennrad ist ebenfalls ein Sondermodell und fast 20.000 Euro teuer. Der Wert des Rennrads dürfte in ähnlicher Höhe liegen.

Landis-Comeback im Schatten

Beim Rummel um Armstrong, dessen Hauptziele in diesem Jahr der Giro d'Italia und die Tour de France sind, gingen die Saisonstarts anderer einst schillernder Radstars geradezu unter.

Dazu gehörte das Comeback von Floyd Landis, der nach verbüßter Dopingsperre sein erstes Etappenrennen bestreitet. ("Franke: Eine neue Stufe der Volksverdummung")

Der wegen Dopings nachträglich entthronte Tour-de-France-Sieger von 2006 fuhr mit 20,4 Sekunden Rückstand auf den 90. Platz, wobei ihm die Folgen einer Sturzverletzung aus dem Training vom Vortag zu schaffen machten.

Voigt im vorderen Feld

Die ehemals gesperrten Ivan Basso (Italien/16,2) und Tyler Hamilton (USA/16,09), der einst mit Landis Armstrongs Tour-Helfer war, landeten ebenso im Hinterfeld wie Tour-de-France-Sieger Carlos Sastre (Spanien/25,7).

Dagegen platzierten sich Grischa Niermann (Hannover/11,1) und Jens Voigt (Berlin/14,3), die beiden einzigen Deutschen bei der neuntägigen Rundfahrt, in der vorderen Gruppe.

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