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Daniel Martin (M.) wurde bei der Tour de France 2012 35. im Gesamtklassement © getty

Daniel Martin setzt sich im Sprint gegen Rodriguez durch und entscheidet "La Doyenne" für sich. Die Favoriten schwächeln.

Ans/München - Überraschungssieg bei der Mutter aller Klassiker:

Der irische Radprofi Daniel Martin hat die 99. Auflage von Lüttich-Bastogne-Lüttich für sich entschieden und die versammelten Spezialisten düpiert.

Der 26-Jährige vom Team Garmin setzte sich beim ältesten Eintagesrennen der Welt nach anspruchsvollen 261,5 km auf dem Weg ins nordwestlich von Lüttich gelegene Ans vor den Spaniern Joaquim Rodriguez (Katjuscha) und Alejandro Valverde (Movistar) durch.

Es war der dritte Sieg eines Iren auf der erstmals 1892 ausgetragenen "La Doyenne" (Die Älteste) nach Sean Kelly (1984 und 1989).

Mit seinem ersten Klassiker-Sieg schaffte Martin etwas, das seinem berühmten Onkel Stephen Roche verwehrt geblieben war: Der Tour-de-France-Sieger von 1987 hatte im gleichen Jahr bei seinem besten Lüttich-Ergebnis Platz zwei belegt.

Geschke in den Top 20

Weltmeister Philippe Gilbert (Belgien/BMC) musste sich mit Platz sieben begnügen.

Der zweimalige Tour-Sieger Alberto Contador (Spanien/Saxo-Tinkoff) landete nur auf Platz 57, Andy Schleck (Luxemburg/Radio Shack) kam als 41. ins Ziel.

Bester Deutscher wurde der Berliner Simon Geschke (Argos) auf einem guten 19. Platz, Martins Teamkollege Fabian Wegmann (Münster) lag als 47. noch vor Contador.

Cancellara verzichtet

Dietrich Thurau im 1979 bleibt damit einziger deutsche Doyenne-Sieger.

Fabian Cancellara (Schweiz/RadioShack), der zuletzt die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix gewonnen hatte, war nicht am Start.

Damit hat weiterhin kein Profi den Hattrick mit Siegen bei den drei berühmtesten Frühjahrsrennen binnen einem Jahr geschafft.

Ausreißergruppe wird geschluckt

Bei Temperaturen um zehn Grad und bewölktem Himmel hatten sich kurz nach dem Start sechs Fahrer vom Hauptfeld abgesetzt und ihr Glück in einer Ausreißergruppe versucht.

Das Sextett ohne deutsche Beteiligung fuhr in der vom Kurs her weniger anspruchsvollen ersten Rennhälfte einen Vorsprung von rund 14 Minuten heraus, ehe das Peloton mit der Nachführarbeit begann.

20 km vor dem Ziel wurde der letzte Fahrer geschluckt.

Martin stärker im Sprint

Auf den letzten Kilometern, auf denen nach einer Streckenänderung erstmals die Steigung an der Cote de Colonste zu bewältigen war, attackierte zunächst Giro-Sieger Ryder Hesjedal (Kanada/Garmin).

Rodriguez konterte und fuhr gut 50 Meter Vorsprung heraus, wurde aber schließlich von Martin überspurtet.

Abschluss der Frühjahrs-Klassiker

Mit dem belgischen Klassiker endete die Ardennen-Woche. Am vergangenen Wochenende hatte Roman Kreuziger (Tschechien/Saxo-Tinkoff) das Amstel Gold Race gewonnen, den Sieg beim Fleche Wallonne sicherte sich Daniel Moreno (Spanien/Katjuscha).

Lüttich-Bastogne-Lüttich bildete zudem traditionell den Abschluss der Frühjahrs-Klassiker.

Das Rennen zählt neben Mailand-Sanremo, der Flandern-Rundfahrt (beide März), Paris-Roubaix (April) und der Lombardei-Rundfahrt (6. Oktober) zu den fünf "Monumenten des Radsports".

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