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Stefan Schumacher war von 2006 bis 2008 beim Team Gerolsteiner aktiv © getty

Stefan Schumachers Anwalt kündigt einen Einspruch gegen die Sperre des Rad-Profis an. Das kann sich aber Monate hinziehen.

Leipzig - Dem gefallenen Rad-Star Stefan Schumacher steht nach seiner vorerst nur in Frankreich gültigen Doping-Sperre eine monatelange Tour durch die juristischen Instanzen bevor.

"Wir gehen in die volle Berufung. So einen Fall gab es noch nie, das wird eine Sache von Monaten", sagte Schumachers Anwalt Michael Lehner.

Sein Mandant war von der französischen Anti-Doping-Agentur AFLD für zwei Jahre für Rennen in Frankreich gesperrt worden.

In einer Nachanalyse von Doping-Proben der Tour de France war Schumacher in der A-Probe zweimal positiv auf den Epo-Nachfolger Cera getestet worden. Der Nürtinger und sein Anwalt zweifeln jedoch an der Gültigkeit des Tests.

"Skandalverfahren" in Paris

Lehner sprach von einem Skandalverfahren ohne Beweisaufnahme und Zeugenaussagen. Er selbst sei lediglich zu einer Anhörung in Paris gewesen und habe "eine Bandbreite von sehr starken Argumenten vorgetragen".

Dort habe AFLD-Boss Pierre Bodry "wie Kaiser Napoleon gesessen". Aus heiterem Himmel hatte Schumacher am Donnerstag die Nachricht von seiner Sperre erreicht, der Klassiker-Spezialist sprach von einem Schock und einem Skandalurteil.

Dauer von bis zu einem Jahr

Da ein Einspruch direkt bei der AFLD nicht möglich ist, muss die Berufung direkt beim Conseil d'Etat, dem obersten französischen Verwaltungsgericht, eingelegt werden.

"Ich habe gehört, dass Verfahren dort ein Jahr dauern können. Aber ich denke, es geht bei uns schneller. Ich werde Eilanträge einreichen", sagte Lehner.

Keine Lizenz vom BDR

Unabhängig davon, wie schnell die Mühlen der französischen Justiz mahlen, muss Schumacher sein Rad vorerst stehen lassen.

Eine Lizenz vom Bund Deutscher Radfahrer liegt noch nicht vor, zudem ist unklar, ob der BDR nach der AFLD-Sperre ebenfalls ein Verfahren gegen den früheren WM-Dritten eröffnet.

Vertrag liegt auf Eis

Der Weltverband UCI hatte bereits mitgeteilt, Schumacher nicht zu sperren, da das fragliche Rennen nicht in seiner Verantwortung gelegen habe. "Schumacher ist sportrechtlich eigentlich frei und dennoch blockiert", erklärte Lehner.

Eine Lizenz stünde ihm zu, aber auf der anderen Seite wolle niemand etwas mit ihm zu tun haben, solange ein Verfahren läuft. Somit liegt Schumachers Vertrag mit dem belgischen Rennstall Quick-Step weiter auf Eis.

"Werden alle Mittel ausschöpfen"

Der Anwalt vermutet, dass der BDR erst das Ergebnis der Berufung abwartet, bevor er ein eigenes Verfahren eröffnet.

Lehner stellt sich auf jeden Fall auf ein langwieriges Verfahren ein: "Dort gäbe es dann ebenfalls die erste und zweite Instanz. Oder wir gehen gleich vor den internationalen Sportgerichtshof. Wir werden alle Mittel ausschöpfen."

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