vergrößern verkleinern
Werner Franke arbeitet am Krebsforschungszentrum in Heidelberg © imago

Im Zuge des Schumacher-Prozesses will Werner Franke verhindern, "dass die Hintermänner des Dopings ungeschoren davonkommen."

Stuttgart - Radsport-Ärzte im Visier: Die Freiburger Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Dopingstraftaten ist mit einer Anzeige des Heidelberger Molekularbiologen Werner Franke gegen frühere Mediziner des Radsportteams Gerolsteiner konfrontiert.

Der Anti-Dopingkämpfer beschuldigt Mark Schmidt und Ernst Jakob systematischer Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz, der Körperverletzung und des Rezeptbetrugs.

Zuvor hatte Ex-Radsportler Stefan Schumacher im Betrugsprozess gegen ihn erstmals den Namen eines Arztes genannt, der ehemalige Gerolstein-Fahrer mit Dopingmitteln versorgt haben soll (BERICHT: Skandal um Holczer).

Anzeige weitergeleitet

Den Eingang der Anzeige bestätigte am Montag der Freiburger Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier auf Anfrage. Nach seinen Worten war die Anzeige am 9. April bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart eingegangen und wurde am 26. April nach Freiburg weitergeleitet.

Maier konnte noch nicht sagen, wann oder ob ein Verfahren eröffnet wird: "Inhaltlich kann ich im Moment nichts kommentieren."

Verwirrung um Aussage

Schumacher sagte in dem Prozess gegen einen weiteren Arzt aus, der einem Profi des ehemaligen Gerolsteiner-Teams bei der Deutschlandtour 2006 in einem Hotelzimmer das Dopingmittel Synacthen verabreicht habe.

Am ersten Prozesstag hatte Schumacher jedoch angegeben, dass der Arzt, der ihn mit Dopingmitteln versorgt hatte, nicht Marc Schmidt sei.

Franke begründet Anzeige

Franke hatte seine Anzeige damit begründet, es dürfe nicht sein, dass "Fahrer bestraft werden, aber die intellektuellen Hintermänner des Dopings ungeschoren davonkommen."

Bis zu seiner Auflösung 2008 waren im Team Gerolsteiner mindestens drei deutsche, ein italienischer und ein russischer Mediziner tätig gewesen.

Der Erfurter Arzt Mark Schmidt war bereits von Schumachers Ex-Gerolsteiner-Kollegen Bernhard Kohl des Dopings beschuldigt worden.

Schmidt hatte seine Unschuld beteuert und ein Zivilverfahren gegen Kohl gewonnen. Er machte beim Schumacher-Prozess von seinem Zeugnis-Verweigerungsrecht Gebrauch.

x
Bitte bewerten Sie diesen Artikel