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Tony Martin holte bei den Olympischen Spielen 2012 Silber im Zeitfahren © getty

Der Cottbuser geht beim Frankfurt-Klassiker als Mitfavorit an den Start. Zwei weitere Deutsche rechnen sich Siegchancen aus.

Frankfurt/Main - Tony Martin geht mit guten Erinnerungen und viel Rückenwind bei der 52. Auflage des Radsport-Klassikers "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" an den Start.

Im vergangenen Jahr hatte der 28-Jährige vom Team Omega Pharma-Quickstep bei seinem Heimspiel am Main nach einem schweren Trainingsunfall ein erfolgreiches Blitzcomeback gefeiert, nun gilt er am 1. Mai (13.00 Uhr) nicht zuletzt wegen seines Zeitfahr-Siegs zum Abschluss der Tour de Romandie in Hessen als einer der Favoriten.

"Letztes Jahr war es mein erstes Rennen nach dem Unfall. Vierter bin ich da geworden, und die Menschen haben mich dennoch gefeiert wie einen Sieger. In diesem Jahr werde ich sicher auch meine Chance suchen", schrieb Martin auf seiner Homepage.

Motivationsspritze für das Heimrennen

Der gebürtige Cottbuser ist in Eschborn, wo seine Eltern wohnen und ihm schon im vergangenen Jahr vom Streckenrand aus zujubelten, aufgewachsen.

Nachdem Martin in der Romandie eine Gesamtplatzierung in den Top Ten aufgrund eines Fehlers vom Samstag hatte abschreiben müssen, war der zweimalige Weltmeister im Einzelzeitfahren mit "einer gehörigen Portion Wut im Bauch" gestartet und holte sich eine Motivationsspritze für sein Heimrennen.

Die Taktik seines Teams wird einerseits auf Martin, aber auch auf Gianni Meersman zugeschnitten sein, der in der Romandie zwei Etappensiege feiern konnte. "Er kommt gut über mittelschwere Berge. Ihm sollte das Profil eigentlich liegen", sagte Martin.

Degenkolb mit Hoffnung

Neben Martin darf sich vor allem Sprintass John Degenkolb am "Tag der Arbeit" Hoffnungen auf den Sieg auf der 200 Kilometer langen Strecke machen. Der Wahl-Frankfurter vom Team Argos-Shimano hatte den Klassiker bereits 2011 gewonnen.

"Ich freue mich auf mein Heimrennen. Mein Sieg vor zwei Jahren war für mich der echte Eintritt ins Profigeschäft", sagte der WM-Vierte, der mit seiner Freundin im Frankfurter Westend wohnt, der "Frankfurter Neuen Presse".

Ciolek freut sich auf Martin

Neben Martin und Degenkolb rechnet sich auch Mailand-Sanremo-Sieger Gerald Ciolek einiges aus. (BERICHT: Fuentes aus dem Verkehr gezogen)

"Für mich persönlich ist es ein wichtiges Rennen. Die Türkei-Rundfahrt war eine gute Vorbereitung. Ich freue mich auf das Duell mit Tony Martin und John Degenkolb, die in Frankfurt immer besonders motiviert sind", sagte der 26-Jährige vom südafrikanischen Team MTN-Qhubeka.

Sieben Deutsche im Feld

Neben den drei Favoriten startet nahezu die komplette deutsche Radsport-Prominenz, wie Topsprinter Andre Greipel (Lotto-Belisol), der auf einen Massenspurt hoffen muss, die Oldies Jens Voigt und Danilo Hondo (beide Radioshack-Leopard) oder Björn Thurau (Europcar), Sohn der Frankfurter Radsport-Legende Dietrich "Didi" Thurau.

"Ich bin sicher, dass das Rennen an Popularität gewonnen hat. Fast alle Teamleiter sind ja hier in Frankfurt schon gefahren, sie kennen das Rennen, wissen, dass es gut organisiert ist, dass alles funktioniert und dass sie ihr Geld bekommen", sagte Veranstalter Bernd Moos-Aachenbach.

Vorjahressieger Moser ist dabei

In Eschborn werden 184 Sportler aus 23 Ländern und insgesamt acht World-Tour-Mannschaften beim Eliterennen an den Start gehen. Kurzfristig ebenfalls mit dabei ist der italienische Vorjahressieger Moreno Moser.

Der Neffe der Radsportlegende Francesco Moser rückte kurzfristig doch noch auf die Starterliste, nachdem er von seinem Team Cannondale zunächst nur als Reservefahrer nominiert worden war.

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