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Zeitfahrspezialist Tony Martin will am Mittwoch den dritten WM-Titel in Serie © getty

Der 28-Jährige führt seine Mannschaft zum WM-Titel. Am Mittwoch will Martin im Einzelzeitfahren die dritte Goldmedaille in Folge.

Florenz - Der Quick-Step-Express um Tony Martin war wiederum nicht aufzuhalten.

Die belgische Equipe mit dem zweimaligen Weltmeister hat bei der Straßenrad-WM in der Toskana im Mannschaftszeitfahren Gold gewonnen und damit den Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt.

Martin und Co. waren nach 57,2 Kilometern von Montecantini Terme nach Florenz in 1:04:16 Stunden die Winzigkeit von 81 Hunderstelsekunden schneller als das australische Team Orica-GreenEdge auf dem Silberrang.

Revanche für Tour-Niederlage

Noch bei der Tour de France hatte Orica im Teamzeitfahren von Nizza Martins Equipe ebenfalls in einem Wimpernschlagfinale um 75 Hundertstelsekunden geschlagen, diesmal drehte Quick Step den Spieß um. Bronze ging an die britische Sky-Mannschaft um Tour-Sieger Christopher Froome (1:04:39 Stunden).

"Wir haben auf den letzten Kilometern alles riskiert und große Moral gezeigt", sagte Martin.

"Im Leben gleicht sich alles aus. Bei der Tour waren wir die Unglücklichen", meinte Quick Steps Sportlicher Leiter Jan Schaffrath.

Quick Step gleich im Rhythmus

Auf dem nahezu komplett ebenen Kurs, der lediglich in der Frühphase eine moderate Steigung zu bieten hatte, war Quick Step gleich im Rhythmus und setzte auch die Bestmarke an der ersten Zeitmessung.

Die Konkurrenten, insbesondere Sky und Orica blieben jedoch in Reichweite, wenngleich etwa zur Hälfte des Rennens immer noch das Sextett um Martin die Nase vorn hatte.

Martin schont sich nicht für Einzelzeitfahren

Martin war häufig in langen Ablösungen an der Spitze zu sehen und schonte sich zu keiner Zeit für den aus seiner Sicht eigentlichen WM-Höhepunkt im Einzelzeitfahren am Mittwoch.

Seit Wochen dreht sich alles um diesen Tag und den Zeitfahr-Showdown gegen Bradley Wiggins (Großbritannien) sowie Fabian Cancellara (Schweiz).

Martin muss dort sein Meisterstück ablegen.

"Es ist ein Aufeinandertreffen der absoluten Könner. Das wird die größte Herausforderung in meiner Karriere", sagte er.

Vorgeschmack auf Mittwoch

Der Auftakt in die Titelkämpfe war dagegen für den 28-Jährigen nur die Vorspeise.

Gleichwohl hatte das Mannschaftszeitfahren für Quick Step, das im Vorjahr die WM-Premiere gewann, eine hohe Bedeutung.

"Dem Team liegt viel daran und mit unserer Qualität haben wir gute Chancen", hatte Martin vor dem Rennen gesagt.

Cancellaras Team enttäuscht

Im Gegensatz zu Cancellaras durchaus hoch gehandeltem Team RadioShack-Leopard, das nicht in den Kampf um das Podium eingriff, führten sie mit beinahe identischer Formation wie 2012 in den Niederlanden - lediglich der Belgier Tom Boonen war durch den Polen Michal Kwiatkowski ersetzt worden - auch den Beweis an.

"Rückstand hat uns wachgerüttelt"

Bis ins Finale spitzte sich der Wettbewerb auf ein Duell mit Orica zu.

Die Australier lagen an der letzten Zwischenzeit sogar mit etwas über einer Sekunde vorn.

"Es war gut, dass wir als letztes Team gefahren sind. Wir wussten die Zeiten und ich habe dann die Devise ausgegeben: volles Risiko", sagte Schaffrath.

Martin führte den vorübergehenden Verlust der Spitze auf Nachlässigkeit zurück. "Wir hatten einen Negativtrend, aber der Rückstand hat uns wachgerüttelt. Es war wie ein Neustart", sagte er.

Führungsarbeit im Endspurt

Martin spannte sich in der Schlussphase noch einmal besonders vor seine Kollegen und wendete das Blatt wieder.

Im Gegensatz zur Tour hatte er diesmal das Glück auf seiner Seite und durfte im Ziel ausgelassen jubeln.

"Der erste Schritt ist gemacht, der zweite soll folgen. Ich bin klar im Kopf und selbstbewusst."

Worrack und Brennauer gewinnen WM-Gold

Zuvor hatten Trixi Worrack aus Cottbus und Lisa Brennauer aus Kempten einen goldenen WM-Start erwischt.

Das deutsche Duo gewann mit dem Team Specialized-Lululemon das Mannschaftszeitfahren über 42,8 km von Pistoia nach Florenz souverän in 51:10 Minuten.

Specialized verteidigte damit den Titel aus dem Vorjahr erfolgreich.

"Wir hatten wirklich einen super Tag, das war schon perfekt", sagte Worrack, die mit ihrem Team trotz leichten Gegenwindes einen Schnitt von 50,1 km/h fuhr.

Specialized-Sportdirektor Ronny Lauke war beeindruckt.

"So schnell ist noch nie eine Frauen-Mannschaft gefahren."

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