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Sinkewitz gewann 2004 die Deutschland-Tour für Quick Step-Davitamon © imago

Vor dem Frühjahrsklassiker in Frankfurt windet sich Kronzeuge Patrik Sinkewitz um die Themen Heuchelei, Mobbing und Geld.

Frankfurt/Main - Der Mann, der "gesungen" hat, will nicht mehr groß reden, sondern wieder Rad fahren. Doping, oder auch die Akzeptanz bei den Kollegen - das sind Themen, die Radprofi Patrik Sinkewitz nach seinem Comeback lieber ausspart.

"Es ist sehr schön, wieder Rennen fahren zu dürfen", sagte der geständige Dopingsünder und Ex-Kronzeuge: "Darauf habe ich eineinhalb Jahre gewartet."

Sinkewitz will sich wieder voll und ganz auf seinen Sport konzentrieren. Kritische Fragen umkurvte der 28-Jährige bei einer Pressekonferenz zum Frühjahrs-Radklassiker Eschborn-Frankfurt City Loop am 1. Mai lieber.

Ullrichs Vorwürfe prallen ab

Ob er befürchte, nach seinen Doping-Aussagen gemobbt zu werden? "Ich habe noch nicht so viele Eindrücke. Es gibt Fahrer, mit denen kommt man besser und weniger gut klar", sagte Sinkewitz, der nach verbüßter Dopingsperre Ende Februar bei zwei Eintagesrennen in der Schweiz in den Rennsattel zurückgekehrt war.

Die Aussagen von Jan Ulrich, der Sinkewitz als "Heuchler" bezeichnet hatte (Ullrich nimmt sich die Kronzeugen vor) , ließ der in Künzell lebende Hesse von sich abprallen. "Er ist ja kein Kollege mehr. Ich bewerte das auch nicht über. Ich kann nur ständig zeigen, dass ich sauber bin", sagte Sinkewitz, der übrigens das Comeback des siebenmaligen Toursiegers Lance Armstrong begrüßt. ("Armstrong eine Klasse besser")

"Dann wird die Mauer des Schweigens noch höher"

Armstrong sei zwar eine Klasse besser, doch auch Sinkewitz will - ohne Doping - vorne mitfahren. "Während der Sperre habe ich mehr Kilometer auf dem Rad verbracht als vorher. Ich will wieder um Siege mitkämpfen. Am liebsten am 1. Mai in Frankfurt, so wie bei meinem Triumph 2007. Ich glaube auch, dass das möglich ist", sagte Sinkewitz, der nach seiner Rückkehr für das tschechische Team PSK Whirlpool startet.

Rückendeckung bekommt Sinkewitz, der bei der Tour de France 2007 bei einer Trainingskontrolle positiv auf Testosteron getestet worden war, von Frankfurts Veranstalter Bernd Moos-Achenbach.

"Wenn geständige Dopingsünder nach einer Sperre ihren Sport nicht mehr ausüben können, weil sie kein Team mehr finden oder von Veranstaltern abgelehnt werden, wird die Mauer des Schweigens nicht durchbrochen, sondern noch höher gebaut", sagte Moos-Achenbach.

Es geht ums liebe Geld

Für Sinkewitz geht es auch darum, mit seinem Beruf wieder Geld zu verdienen. Zuletzt war der ehemalige T-Mobile-Profi vom Landgericht Fulda zu einer Entschädigung in Höhe von 100.000 Euro an seinen früheren Sponsor (Förstina) verurteilt worden war. (Alle Radsport-News)

Sinkewitz will das - wie so Vieles - nicht kommentieren: "Mein Kontostand hat niemand zu interessieren."

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