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BDR-Präsident Rudolf Scharping mit Erik Zabel im Jahr 2007 © getty

Fünf Tage vor der Präsidentschaftswahl des Bundes Deutscher Radfahrer attackiert Amtsinhaber Rudolf Scharping seine Gegner.

Frankfurt - Rudolf Scharping rührt fünf Tage vor seiner angestrebten Wiederwahl als Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) kräftig die Wahlkampftrommel.

"Es wird auf dem Rücken meiner Bekanntheit Propaganda betrieben. Erreichte Fortschritte und notwendige Verbesserungen verschwinden hinter dieser personalisierten Auseinandersetzung", sagte Scharping der "Frankfurter Rundschau".

Der frühere Verteidigungsminister tritt am Samstag auf der Bundeshauptversammlung des BDR in Leipzig gegen den ehemaligen Bahn-Nationalfahrer Dieter Berkmann an.

"Keine Existenzvernichtung"

Der Orthopäde aus Miesbach führt eine Opposition an, die Scharping unter anderem das Wegbrechen der Sponsorengelder wegen einer zu laschen Anti-Doping-Politik sowie das Festhalten am umstrittenen Sportdirektor Burckhard Bremer ankreidet (Aufstand gegen Scharping) .

"Wir bekämpfen Doping, aber wir betreiben keine Existenzvernichtung oder Effekthascherei", sagte Scharping.

"Druck der Dopingdebatten"

Die Nominierung Erik Zabels für die WM 2007 trotz seines Doping-Geständnisses sei ein Beschluss des gesamten Präsidiums mit vier zu zwei Stimmen gewesen.

Der frühere Bundestrainer Peter Weibel sowie Verbandsarzt Georg Huber wurden nach den Dopingvorwürfen aus ihren Positionen entfernt, Anschuldigungen gegen Vizepräsident Udo Sprenger hätten sich als falsch erwiesen.

Scharping habe in den vergangenen beiden Jahren seine wirtschaftlichen Kontakte genutzt, um für den BDR neue Partner zu gewinnen: "Das waren 1,7 Millionen Euro bis Ende 2008. Davon ist leider vieles unter Druck der Dopingdebatten wieder weggebrochen."

Aufpasser für Bremer

Dem in die Kritik geratenen Bremer will Scharping künftig einen Aufpasser zur Seite stellen - der Ex-Politiker folgt damit einem Vorschlag der Opposition. Ein stimmberechtigter Vizepräsident soll künftig mit Bremer den Leistungssport koordinieren, Unterstützung soll das Duo von den Cheftrainern erhalten.

Scharping können sich eine funktionierende Kooperation mit der Opposition vorstellen, sollte er erneut zum Präsidenten gewählt werden.

"Jede engagierte Mitarbeit ist willkommen", meinte der BDR-Boss: "Aber Einzelinteressen oder gar wirtschaftliche Interessen haben in unserer Führung nichts zu suchen."

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