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Beim Rennen Mailand-San Remo feierte Lance Armstrong sein Europa-Comeback © getty

Es sollte ein wichtiger Schritt zur Tour-Form werden. Doch die Kastilien-Rundfahrt endet für den "Tourminator" im Krankenhaus.

München - Lance Armstrong ist auf der ersten Etappe des Radrennens Vuelta Castilla y Leon in Spanien gestürzt und wurde unter Schmerzen ins Krankenhaus von Valladolid gebracht.

Wie das Astana-Team bekannt gab, bestätigten die Ärzte nach der Untersuchung den Verdacht auf einen Schlüsselbeinbruch.

Das Rennen wird der US-Amerikaner nicht fortsetzen. Der weitere Saisonverlauf ist ungewiss.

Der Unfall ereignete sich bei einem Massensturz auf der 168,3 km langen Strecke zwischen Paredes de Nava und Baltanas rund 20 km vor dem Ziel (Rennergebnisse).

Auf einer schmalen Straße stürzten rund 30 Fahrer bei der Verfolgung einer vierköpfigen Spitzengruppe.

"Das sollte schnell heilen"

Astanas Team Manager Johan Bruyneel sagte: "Es ist ein sauberer Schlüsselbeinbruch ohne Komplikationen. Das sollte schnell heilen."

Wie das Astana-Team bestätigte, ist das Schlüsselbein gebrochen. Die Teilnahme am Giro d'Italia im Mai, sowie an der Tour de France im Juli ist damit stark gefährdet.

"Das ist mir noch nie passiert"

Gegenüber der Radsport-Nachrichtenseite "VeloNews" kommentierte Armstrongs Sprecher Mark Higgins schlicht: "Es ist unglücklich, aber so ist Radrennen."

Armstrong selber sagte: ""Der Schmerz ist enorm. So etwas ist mir in 17 Jahren Radsport noch nie passiert. Ich bin sehr enttäuscht und fühle mich miserabel. Jetzt muss ich mich ein paar Tage erholen".

Üblicherweise zieht ein Schlüsselbeinbruch sechs Wochen Pause nach sich.

Der "Tourminator" bangt um die kommenden Rennen: "Das mit dem Giro wird sehr kompliziert."

Streckenfehler schuld?

Levi Leipheimer, Teamkollege des Texaners, sah den Unfall nicht. Alles, was er wusste, dass sein Kollege ins Krankenhaus musste.

An den Streckenabschnitt erinnert er sich genau: "Ich war in Front. Es war eine sehr enge und holprige Straße ? sehr schlecht und sehr schwer. Die Straße hatte viele Risse und Löcher. Sie war sogar noch schlimmer, als die meisten typischen spanischen Straßen."

Auch sein verletzter Kapitän konnte niemandem einen Vorwurf machen: "Ich gebe niemandem die Schuld. Einige Fahrer sind vor mir gestürzt, und ich bin mitten hinein gerast. Ich habe Abschürfungen an der Hüfte und am Arm. Aber das ist Radsport", sagte Armstrong.

Missglückte Premiere

Die Tour Castilla y Leon war mit Spannung erwartet worden. Das Rennen sollte der erste und einzige gemeinsame Auftritt von Armstrong und seinem Teamkollegen Alberto Contador vor der Tour de France werden und erste Hinweise auf die Hierarchie in der Mannschaft geben.

"Es ist traurig, dass wir ihn hier verloren haben. Ich werde ihn unterstützen, wünsche ihm das Allerbeste und eine rasche Genesung", sagte Contador (Armstrong will Contadors Mentalcoach sein).

Armstrong war nach dreieinhalb Jahren Pause im Januar dieses Jahres bei der Tour Down Under in Australien wieder in den aktiven Rennsport zurückgekehrt.

Noch über 14 Wochen bis zur Tour

In seiner langen Karriere war er bislang von schweren Verletzungen verschont geblieben.

Vor wenigen Tagen hatte sich Armstrong bei seinem Europa-Comeback beim Klassiker Mailand-San Remo mit über acht Minuten Rückstand über den Zielstrich gequält.

Der Giro startet am 9. Mai und endet am 31. Mai, Auftakt der Tour de France ist am 4. Juli.

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