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Rudy Pevenage (r.) wechselte 2003 mit Jan Ullrich von Telekom zu Coast © getty

Der Teamchef von Rock Racing will, dass Jan Ullrich in neuer Rolle kommt. Doch derzeit sei der Ex-Tour-Sieger zu teuer.

Von Michael Spandern

München - Rock-Racing-Teamchef Rudy Pevenage will seinen Ziehsohn Jan Ullrich ins Boot holen. Der Belgier plant, Ullrich als PR-Berater für das skandalumwitterte Team zu installieren, berichtet die "dpa".

"Das könnte was werden, wenn wir einen neuen Sponsor haben - vielleicht nächstes Jahr", sagte der Boss des drittklassigen Rennstalls. "Im Moment könnten wir ihn nicht bezahlen." (Alle Radsport-News)

Pevenage war zu Ullrichs Zeiten bei Telekom und T-Mobile dessen engster Berater und feierte mit dem Rostocker den Triumph bei der Tour de France 1997.

"Vier Leute mit Problemen - und mich"

Dass mit Ullrich der nächste dopingverdächtige Mann zum US-Continental-Team käme, kümmert Pevenage nicht.

Schließlich stehen mit dem US-Amerikaner Tyler Hamilton sowie den Spaniern Oscar Sevilla, Jose Guttierez und Francisco Mancebo vier Fahrer bei Rock Racing unter Vertrag, die Kunden des Dopingarztes Eufemiano Fuentes gewesen sein sollen. Hamilton war zudem von April 2005 an zwei Jahre wegen Blutdopings gesperrt.

"Wo fahren denn keine umstrittenen Leute?", ereiferte sich Pevenage bei der Kastilien-Rundfahrt. "Bei uns gibt es vier Leute mit Problemen - und mich." (Ullrich: "Jaksche und Sinkewitz sind Heuchler")

Als Gast bei der Flandern-Rundfahrt

Er selbst hatte wie Ullrich eine Summe in unbekannter Höhe gezahlt, um ein Verfahren bei der Bonner Staatsanwaltschaft abzuwenden.

Nun freut er sich auf ein Wiedersehen mit seinem Ziehsohn bei der Flandern-Rundfahrt in der kommenden Woche, bei der Ullrich als Gast vor Ort ist. "Es geht ihm gut. Aber als Fahrer kommt Jan nie mehr zurück - dafür wurde ihm zu weh getan", stellte Pevenage klar. (Ullrich? "Ist ja kein Kollege mehr")

Wie es derweil mit Rock Racing weitergeht, hängt vor allem vom Geld ab: "Ich gehe davon aus, dass unser Rennbetrieb in dieser Saison noch gesichert ist, aber wir brauchen dringend einen neuen Sponsor", räumt der Teamchef ein. "Wir sind in Gesprächen."

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