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Stefan Schumacher gewann bei der Tour 2008 beide Zeitfahren © getty

Brisante Entwicklung beim Gerolsteiner-Rennstall: Kommt bald ein Nachfolge-Team mit Schumacher Co - aber ohne Manager Holczer?

Von Marc Ellerich

München - Dem deutschen Gerolsteiner-Rennstall droht das Aus, doch es deutet einiges darauf hin, dass die Geschichte des Profiteams damit nicht zu Ende ist.

Laut einem Bericht von "Radsport-News.com" ist der kanadische Fahrrad-Hersteller "Cervelo" an einem Einstieg als Geldgeber eines Nachfolgeteams interessiert.

Für den Rennstall würde der Besitzer- und Sponsorenwechsel - der Getränkehersteller Gerolsteiner beendet zum Jahresende sein Engagement - weitere gravierende Veränderungen nach sich ziehen.

Neue Rolle für Henn

Denn außer dem Namen könnte auch die sportliche Verantwortung in neue Hände übergehen. Dem Bericht zufolge könnte der ehemalige Telekom-Profi und heutige Sportliche Leiter Christian Henn die sportliche Führung des Teams übernehmen.

Derzeit wird der Gerolsteiner-Rennstall, der im Juli die erfolgreichste Tour de France seiner zehnjährigen Geschichte absolvierte, vom Schwaben Hans-Michael Holczer geleitet.

Doch nun bestätigte Henn den Kontakt zu dem kanadischen Unternehmen, das derzeit das dänische CSC-Team mit Rennrädern ausstattet.

"Ich habe mit den Leuten von Cervelo gesprochen, außerdem habe ich drei weitere Optionen", sagte Henn.

Deadline September

Er werde nicht als Team-Manager fungieren, fügte Henn hinzu. Den Namen seines derzeitigen Vorgesetzten Holczer erwähnte er allerdings auch nicht.

Ein anderer würde den Rennstall also künftig leiten. Soll der Schwabe auf diesem Weg ausgebootet werden?

Er habe Holczer über die Entwicklung informiert, werde allerdings mit weiteren Schritten bis zum Ablauf der Deadline bei Gerolsteiner zum Monatsende warten, behauptete Henn.

Diesen Termin hatte Holczer als letzte Frist genannt, um einen neuen Geldgeber zu finden, andernfalls werde er den Rennstall auflösen.

Spekulationen über Schumacher und Kohl

Sollte dieser Fall eintreten, wird über eine mögliche Verpflichtung des zweimaligen Tour-Etappensiegers Stefan Schumacher und des österreichischen Bergkönigs Bernhard Kohl durch den möglichen neuen Rennstall spekuliert.

Henn bestätigte indirekt diese Gerüchte. "Sollte es eine neue Mannschaft geben, werden wohl auch Fahrer von Gerolsteiner mit dabei sein. Da wird es eine Art Paket geben."

Er wolle mit möglichst vielen Fahrern des derzeitigen Teams weiterarbeiten.

Allerdings werden die erfolgreichsten Gerolsteiner-Profis, darunter Kohl, Schumacher und der deutschen Meister Fabian Wegmann, auch von anderen Rennställen umworben.

"Zeit läuft weg"

So wurde der Tour-Dritte Bernhard Kohl zuletzt mit der belgischen Quickstep-Equipe in Verbindung gebracht. Auch Milram, dem zweiten deutschen Rennstall, wird Interesse am Österreicher und seinen beiden deutschen Kollegen nachgesagt.

Unterdessen bestätigte Holczer gegenüber der Nachrichtenagentur "dpa" die Absage eines weiteren möglichen Sponsors.

"Die Zeit läuft uns im Moment weg", so der Schwabe.

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