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So könnte es auch bei der Tour de France 2014 aussehen - Froome (l.) kämpft mit Contador (r.) um das Gelbe Trikot © getty

Der Spanier gibt sich vor der 101. Tour de France angriffslustig, der Titelverteidiger stapelt nach holpriger Vorbereitung tief.

Leeds - Alberto Contadors Botschaft an Christopher Froome war klar und eindringlich.

"Das Ziel", sagte der spanische Radprofi vor dem Start der 101. Tour de France, "kann nur der Sieg sein."

Mit breiter Brust und in bestechender Form tritt Contador ab Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) als der große Herausforderer des britischen Titelverteidigers bei der Frankreich-Rundfahrt an.

Der "Pistolero" giert nach dem dritten Tour-Sieg nach 2007 und 2009, in den kommenden drei Wochen bahnt sich ein mitreißendes Duell der beiden Spitzenfahrer an.

"Es ist klar, dass Froome der Top-Favorit ist. Es wird schwer, ihn zu bezwingen. Aber niemand ist unschlagbar", sagte Contador selbstbewusst.

Contador hoch gehandelt

Je nach Sichtweise wartet der 31-Jährige seit vier oder fünf Jahren auf einen Erfolg beim wichtigsten Radrennen der Welt.

Nachdem ihm sein Sieg 2010 wegen eines Dopingvergehens aberkannt worden war, scheiterte der stets hoch gehandelte Contador an seinen Ansprüchen.

2011 war Cadel Evans außer Reichweite, im Vorjahr hatte er gegen Froome keine Chance.

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Titelverteidiger Froome angreifbar

Nun stehen die Vorzeichen auf den obersten Podestplatz in Paris gut, die Lücke zwischen beiden Fahrern ist kleiner geworden.

So fügte der Tinkoff-Kapitän seinem großen Rivalen etwa beim Tour-Vorbereitungsrennen Criterium du Dauphine eine herbe Schlappe zu.

Zwar hing diese wohl auch mit einer leichten Verletzung Froomes zusammen, doch der Dominator des Vorjahres scheint angreifbar.

Kein Top-Favorit

Das scheint auch der Fahrer mit der Startnummer eins zu spüren.

"Ich komme als Titelverteidiger, aber ich denke nicht, dass mich das zum Top-Favoriten macht", sagte Froome.

Contador sei nicht der Underdog, außerdem gebe es eine Reihe von Fahrern, die auf Sieg fahren würden: "Ich bin einer der Kandidaten hier für das Gelbe Trikot. Aber ich würde nicht behaupten, dass ich alle anderen überrage."

Mal wieder Dopingvorwürfe

Dass sich Froome zuletzt erneut mit Dopingvorwürfen konfrontiert sah, dürfte die Vorbereitung des 29-Jährigen zusätzlich belastet haben.

Dem Weltverband UCI war von der französischen Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche" vorgeworfen worden, Froome bei der Tour de Romandie Anfang Mai fälschlicherweise die Verwendung eines kortisonhaltigen Medikamentes gestattet zu haben.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) sprach die UCI und Froome jedoch von den Anschuldigungen frei. "Meine Integrität ist mir sehr wichtig", sagte Froome, der stets offen Stellung zum Thema Doping bezieht.

Entscheidung in Alpen und Pyrenäen

Die wichtigen Entscheidungen im Kampf um das Gesamtklassement fallen derweil wie immer auf den Pässen der Alpen und der Pyrenäen.

Schafft es Froome in Gelb oder mit einem geringen Rückstand zum Führenden zum Einzelzeitfahren der vorletzten Etappe, dürfte die Entscheidung zu seinen Gunsten ausfallen.

Im Windschatten der beiden Top-Favoriten formiert sich eine Gruppe von weiteren Herausforderern.

"Offenes Rennen"

Ein gewichtiges Wort um den Sieg will auch der Italiener Vincenzo Nibali (Astana) mitreden, der Giro-Sieger von 2013 ist auf dem Papier der Stärkste unter den Mitbewerbern.

Auch Dauphine-Sieger Andrew Talansky (USA/Garmin) und Jürgen Van den Broeck (Belgien/Lotto) haben zuletzt auf sich aufmerksam gemacht. Zudem sind Alejandro Valverde (Spanien/Movistar) oder Tejay Van Garderen (USA/BMC) zu beachten.

Finden die Jäger des Spitzenduos im Rennen zueinander, können sie Froome und Contador wie zuletzt bei der Dauphine empfindlich schaden. "Diese Tour wird ein sehr offenes Rennen", sagte deshalb auch Froome.

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