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Cavendish fährt seit 2013 für das Omega Pharma-Quick Step © getty

Rolf Aldag rätselt, wer das Puzzle zum Tour-Start löst. Mark Cavendish steht beim Heimspiel unter Druck, die Deutschen lauern.

Leeds - Marcel Kittel und Andre Greipel stehen hoch im Kurs, doch von Mark Cavendish erwartet diesmal eine ganze Nation den Etappensieg.

Wenn am Samstag (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) zum Auftakt der 101. Tour de France die besten Sprinter der Welt um das Gelbe Trikot kämpfen, steht der britische Radprofi so sehr unter Erfolgsdruck wie vielleicht noch nie in seiner Karriere.

"Der Einfluss von außen ist enorm", sagte Rolf Aldag, Manager bei Cavendishs Team Quick Step.

"Ganzes Jahr darauf ausgerichtet"

Das erste Teilstück von Leeds nach Harrogate endet im Geburtsort der Mutter des 29-Jährigen, nach wie vor wohnen die Großeltern und ein Onkel hier.

"Mein ganzes Jahr ist darauf ausgerichtet", sagte Cavendish zu Saisonbeginn, wollte nun aber kurz vor dem Grand Depart die Erwartungshaltung nicht noch zusätzlich schüren. "Ich würde gerne gewinnen, aber mir wird ganz sicher nichts geschenkt. Das ist das schwerste Radrennen der Welt", betonte er.

Hunderttausende werden den "Manxman" an den Straßen der Grafschaft Yorkshire anfeuern, und ein wichtiger Faktor für seinen möglichen Erfolg wird als Teil des Sprintzuges der gebürtige Cottbuser Tony Martin sein.

Kittel dämpft Erwartungen

Der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister erwartet einen Sprint, der "offen wie nie" sei. Doch mehr Druck als Cavendish "kann man nicht haben".

Diese Ausgangslage könnte Marcel Kittel entgegenkommen, denn sie nimmt in gewissem Maße Verantwortung von seinem Giant-Shimano-Team.

Der viermalige Etappensieger des Vorjahres versuchte im Vorfeld aber ebenso wie sein britischer Rivale, sich vom Druck ein wenig zu befreien und seine letztjährige Traumfahrt ins "Maillot jaune" zu relativieren. "Die Erfolge von 2013 sind kein Grund, vermessen zu werden. Das war nichts Selbstverständliches."

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Greipel fühlt sich topfit

Der Thüringer hat diese Saison vor allem beim Giro d'Italia für Aufsehen gesorgt, als ihm zwei beeindruckende Etappenerfolge gelangen.

Bei der Frankreich-Rundfahrt wäre er schon mit einem Tagessieg "glücklich". Und sollte ein erneuter Sprint ins Gelbe Trikot ausbleiben, "braucht man auch nicht nervös zu werden. Es kommen danach noch einige Chancen."

Der Rostocker Andre Greipel hat sich gerade mit dem deutschen Meistertitel noch einmal Selbstvertrauen geholt und befürchtet auch keine Nachwirkungen seines Sturzes aus dem Frühjahr, als er sich eine komplexe Schulterverletzung zuzog. "Ich bin auf jeden Fall topfit, die Ärzte sagen, das Schlüsselbein ist stabiler als vorher", sagte der 31-Jährige.

"Nur einer wird Einstein sein"

Greipel reagierte durchaus überrascht, als er nach dem Dreikampf gefragt wurde. "Ich lese immer nur etwas von einem Zweikampf", meinte der Profi von Lotto-Belisol, der sich aber "nicht so weit weg" wähnt. Zudem warnte Greipel davor, die anderen Mitbewerber zu vergessen.

Denn sollte der Rennverlauf der ersten Tour-Etappe wieder einmal alle Prognosen außer Kraft setzen, könnten Peter Sagan oder John Degenkolb ebenso triumphieren.

"Es ist taktisch kompliziert. Nur einer wird der Einstein sein, der diese schwierige Aufgabe löst", sagte Rolf Aldag.

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