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Mit seinem 17. Start stellt Voigt 2014 den Teilnahme-Rekord von George Hincapie und Stuart O'Grady ein. Direkt bei der 1. Etappe seiner letzten Tour legt der Deutsche einen Husarenritt hin...
Mit 17 Tour-Teilnahme hält Jens Voigt einen Rekord © getty

42 Jahre und kein bisschen müde: Jens Voigt setzt zum Auftakt der Tour ein Ausrufezeichen und schnappt sich das Bergtrikot.

Sheffield - Jens Voigt legte ein Freudentänzchen hin und strahlte über das ganze Gesicht.

Noch einmal, vielleicht ein letztes Mal, war dem deutschen Radsport-Oldie bei der Tour de France ein Überraschungscoup geglückt.

Die Auftaktetappe der 101. Frankreich-Rundfahrt war gerade freigegeben, da stürzte sich Voigt in eine Attacke, die am Ende mit dem Bergtrikot belohnt wurde - nach 1998 das zweite seiner Karriere.

"Bin 'all in' gegangen"

"Jetzt war ich ein letztes Mal im Fernsehen", sagte Voigt lächelnd: "Ich war weit über meinem Limit, bin 'all in' gegangen."

Zwar war dem 42-Jährigen gleich bewusst, dass die Chance gering sein würde, das "Maillot a pois" am Sonntag auf dem anspruchsvollen Teilstück nach Sheffield zu verteidigen.

Die Freude trübte dies aber keineswegs.

Voigt genoss eine für ihn vergleichsweise ruhige Etappe und wurde nach 24 Stunden vom Franzosen Cyril Lemoine (Cofidis) abgelöst.

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Voigt attackiert früh

Tour-Direktor Christian Prudhomme hatte am Samstag das Rennen noch gar nicht richtig eröffnet, da stiefelte der gebürtige Mecklenburger los, begleitet von den beiden Franzosen Nicolas Edet und Benedict Jarrier, die er vor dem Zwischensprint des Tages mit einem unerwarteten Antritt abschüttelte.

"Ich wusste, ich habe nicht die Frische, um im Sprint zu bestehen. Alles was ich habe, ist meine Leidenschaft und ein großer Motor", sagte Voigt, und gab seinen jungen Kollegen einen Rat: "Auf Seite eines des Radsport-Regelbuchs steht: Gib einem Jens Voigt nie einen Meter Vorsprung."

Von der Unsicherheit, die den Altmeister vor seinem 17. Tour-Start beschäftigte, war beim Grand Depart ganz und gar nichts zu erkennen.

Ein Voigt rollt nicht nur mit

Voigt hatte sich als "Mädchen für alles" gesehen und starke Zweifel gehabt, ob sein Körper mögliche Freiheiten noch nutzen könne.

"Ich bin echt glücklich, dass ich meinen Wert bewiesen habe", sagte er, auch wenn sein dritter Etappensieg nach 2001 und 2006 letztlich ausgeblieben war.

Eigentlich hätte man es ja ohnehin wissen müssen.

Ein Jens Voigt rollt nicht drei Wochen lang einfach nur mit. Wobei es ihm diesmal nach kurzer Zeit nicht mehr geheuer war.

"Ich hatte ein paar Minuten Spaß, dann dachte ich mir - was habe ich da bloß gemacht. Mein Körper hat den ganzen Tag geschmerzt."

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Das Warten auf einen Millionenvertrag

Doch Voigt wollte eine Show liefern, "etwas Verrücktes" machen.

"Es ist eine kleine Episode der Tour, aber es ist meine Episode", sagte er - und verschob im Scherz gleich noch sein angekündigtes Laufbahnende: "Jetzt bin ich offiziell der beste Kletterer der Tour und warte auf einen Millionenvertrag."

So verrückt ist aber selbst Jens Voigt nicht.

Im September wird er 43, nächstes Jahr hat er andere Pläne.

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