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Der italienische Meister jubelt am Ende. Nach einem explosiven Antritt ist Vincenzo Nibali nicht mehr einzufangen.
Vincenzo Nibali gewann 2010 die Vuelta und 2013 den Giro. ZUM DURCHKLICKEN: Die Bilder der ersten Woche © getty

Beim Sieg von Vincenzo Nibali spielen die Deutschen nur eine Nebenrolle. Dennoch sind Marcel Kittel und Co. zufrieden.

Sheffield - Überflieger Marcel Kittel lebte für 24 Stunden seinen Traum von Gelb, Oldie Jens Voigt fuhr im Bergtrikot: Die deutschen Radprofis haben bei der 101. Tour de France für einen Traumstart gesorgt und die Frankreich-Rundfahrt mustergültig eingeläutet.

Top-Sprinter Kittel gewann die erste Etappe und trug am Sonntag einen Tag lang das Gelbe Trikot, Voigt testete in seiner Paraderolle als Ausreißer die eigene Leidensfähigkeit und belohnte sich mit einigen Stunden im gepunkteten Jersey (DATENCENTER: Die Gesamtwertung der Tour de France).

"Es ist ein Wahnsinn"

"Es ist ein Wahnsinn", sagte Kittel, nachdem er im dramatischen Sprint der ersten Etappe triumphiert hatte und sich von Herzogin Kate das wohl begehrteste Stück Stoff der Sportwelt überreichen ließ.

Ganz in Gelb gekleidet und auf einem speziell lackierten Rad nahm Kittel am Sonntag seinen Tag als Nummer eins des Feldes auf.

Während der zweiten Etappe grüßte Kittel in die TV-Kameras, strahlte und genoss sichtlich seine zweite, kurze Traumreise im 'Maillot jaune'.

Kittel stellt Fußball in den Schatten

"Bevor ich es das erste Mal auf meinen Schulter hatte, habe ich mir nicht vorstellen können, wie magisch dieses Trikot ist. Ich liebe es", sagte Kittel (917113DIASHOW: Die Bilder der 1. Woche).

In Frankreich stellte der 26-jährige Arnstädter trotz Weltmeisterschaft sogar König Fußball in den Schatten.

"Und am Ende gewinnt der Deutsche", titelte die Sporttageszeitung L'Equipe in großen Lettern.

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Nur einen Tag in Gelb

Über das anspruchsvolle zweite Teilstück rettete Kittel seine Führung erwartungsgemäß nicht.

Weit mehr als der Verlust des Gelben Trikots dürften Kittel am Sonntag die neun Bergwertungen der 201 km langen Etappe nach Sheffield geschmerzt haben.

Dem höher werdenden Tempo der Feldes konnte er im letzten Drittel nicht mehr folgen und ließ abreißen.

"Trotz der 3000 Höhenmeter war es ein fantastischer Tag auf dem Rad. Es war zum Genießen, auch wenn ich im Grupetto gelandet bin", sagte Kittel.

Top-Favoriten zeigen sich

In der finalen Phase geriet das Rennen zu einer ersten Prüfung der Top-Favoriten (914879DIASHOW: Die Etappen der Tour de France).

Am Anstieg zur Jenkin Road, einer Bergwertung der vierten Kategorie fünf Kilometer vor dem Ziel, ließen Titelverteidiger Christopher Froome (Großbritannien/Sky) und Herausforderer Alberto Contador (Spanien/Tinkoff) die Muskeln spielen.

In der Abfahrt setzte dann der italienische Mitfavorit Vincenzo Nibali (Astana) den entscheidenden Angriff und löste Kittel mit dem Etappensieg als Gesamtführenden ab.

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Begeisterndes Publikum - Cavendish' bittere Stunde

Die britischen Fans verdienten sich ein Extralob, ein Millionenpublikum an der Strecke sorgte für einen äußerst stimmungsvollen Start.

Mit einem Etappensieg wurden die Gastgeber für ihren Enthusiasmus aber nicht belohnt.

Übermotiviert hatte sich Hoffnungsträger und Lokalmatador Mark Cavendish in den Sprint der ersten Etappe gestürzt und war nach einer Kollision mit dem Australier Simon Gerrans (Orica) zu Fall gekommen.

"Am Ende war es mein Fehler"

Für den 25-maligen Tour-Etappensieger endete der Tag im Heimatort seiner Mutter in einer Tragödie.

Mit bandagiertem Arm tauchte Cavendish am Sonntag noch beim Start in York auf, auf sein Rad setzte sich der 29-Jährige angesichts einer schweren Schulterverletzung jedoch nicht mehr (News).

"Ich bin total niedergeschlagen. Ich wäre so gern weitergefahren, aber der Sturz war am Ende mein eigener Fehler", sagte Cavendish.

Finale im Herzen Londons

Nach dem Auf und Ab auf der zweiten Etappe ist das dritte Teilstück der 101. Tour de France (ab 15 Uhr im LIVE-TICKER) wieder ganz nach dem Geschmack der Top-Sprinter.

Über 155 km führt der letzte Tagesabschnitt in England von der Universitätsstadt Cambridge in die Hauptstadt London.

Die kurze und durchweg flache Etappe bietet vom Profil her keinen nennenswerten Schwierigkeiten, kommt ohne Bergwertung aus und dürfte demnach in einem klassischen "Sprint Royal" enden - für Marcel Kittel die große Chance auf einen weiteren Tagessieg.

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