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Ein Spezialist für Klassiker: zwei Mal war Boonen bei der Flandern Rundfahrt erfolgreich © imago

Wie schon im Jahr 2008 geht der Sieg beim Frühjahrs-Klassiker an den Belgier. Ein Motorradunfall fordert zehn Opfer.

Roubaix - Ex-Weltmeister Tom Boonen hat mit einer beeindruckenden Solo-Vorstellung nach 259 km den Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix gewonnen. (DATENCENTER: Alle Ergebnisse)

Damit wiederholte der Belgier seinen Vorjahressieg in der "Hölle des Nordens".

Der Quickstep-Kapitän machte seinen dritten Roubaix-Sieg nach 2005 und 2008 nach 6:15:53 Stunden und mit 45 Sekunden Vorsprung auf den Italiener Filippo Pozzato (Katuscha) perfekt.

Dritter mit 1:17 Minuten Rückstand wurde Cervelo-Profi Thor Hushovd aus Norwegen. ad

Haussler verpasst entscheidenden Vorstoß

Mitfavorit Heinrich Haussler aus Cottbus hatte auf den letzten 30 km den Anschluss verloren. Der Deutsch-Australier landete 3:13 Minuten zurück auf dem siebten Rang.

Damit verfehlte er nach zweiten Rängen bei Mailand-San Remo und der Flandern-Rundfahrt erstmals bei den Frühjahrs-Klassikern dieser Saison einen Platz auf dem Podest. Hushovd sorgte aber dafür, dass das Schweizer Cervelo-Team erneut auf dem "Treppchen" vertreten war. (Armstrong verärgert Kontrolleure)

"Ich hatte heute starke Beine, aber ich kann nicht jeden Vorstoß mitfahren, beim entscheidenden war ich nicht dabei," sagte Haussler.

Cervelo-Chef ist zufrieden

Nach zweiten Rängen bei Mailand-San Remo und der Flandern-Rundfahrt verfehlte er erstmals bei den Klassikern dieser Saison einen Platz auf dem Podest. Hushovd sorgte aber dafür, dass das Schweizer Cervelo-Team erneut auf dem Treppchen vertreten war.

"Wir können mit Platz drei und sieben zufrieden sein. Andreas Klier ist außerdem 180 km ein großes Rennen gefahren und dann noch Zwölfter geworden", sagte Cervelo-Teamleiter Jens Zemke.

Einziger deutscher Sieger in Roubaix ist bislang der Münchner Josef Fischer, der 1896 die Premiere des ältesten Klassikers der Welt gewann.

Boonen nicht zu stoppen

Boonen drehte bei der "Königin" der Klassiker nach 27 Kopfsteinpflaster-Passagen (52,9 km) zwischen Compiegne nahe Paris und dem Ziel im Radstadion von Roubaix im Finale auf.

Auf den letzten 15 km hängte der Klassiker-Spezialist die Konkurrenz ab und fuhr unter tosendem Beifall die letzte Runde im Roubaix-Velodrom allein.

Schwerer Motorrad-Unfall

Überschattet wurde das Rennen von einem Motorradunfall. Bei dem Crash rund 60 km vor dem Ziel nahe Orchies waren zehn Zuschauer verletzt worden, drei von ihnen schwer.

Die Verletzten wurden mit zwei Rettungshubschraubern in Krankenhäuser gebracht, rund zwölf Feuerwehr-Fahrzeuge waren unmittelbar vor Ort.

Bei dem Unfall eines Begleit-Fahrzeuges der Veranstalter war der Fahrer mit seinem Motorrad in die Zuschauermenge am Straßenrand gerast.

Der Unglücksfahrer hatte sich am hohen Tempo der Pedalisten orientiert.

Hauptfeld ist unerbittlich

Das Rennen war zu diesem Zeitpunkt in seine entscheidene Phase gegangen, nachdem eine elfköpfige Ausreißergruppe um den Münchner Andreas Klier (Cevelo) rund vier Minuten Vorsprung herausgefahren hatte.

Den berüchtigten Wald von Arensberg erreichte der US-Profi Gregory Hendersonvom T-Mobile-Nachfolgeteam Columbia als Erster. Da die Verfolger Druck machten, schmolz der Vorsprung der Spitzengruppe dort auf zwei Minuten. (Armstrong befürchtet Tour-Ausschluss)

Rund 70 km vor dem Ziel schloss das Hauptfeld auf, wobei die Columbia-Crew ins Abseits geriet. "Das war nicht gerade unser glücklichster Tag", befand Cervelo-Teamleiter Rolf Aldag.

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